*Falsche Gefühle…*

…some People don`t always know how they feel…

Einleitung:
Ich heiße Tuuli, lebe in Berlin und beginn in zwei Monaten mit einer Ausbildung im Mediendesign. Meine Hautfarbe ist etwas dunkler, als bei den meisten anderen und sie katapultierte mich immer schnell zu den Außenseitern.
Ich habs nicht so mit Partys und Alkohol, so was brauche ich nicht, um gut drauf zu sein. Viele glauben auch nicht, dass ich mit meinen 19 Jahren noch nie an einer Zigarette oder einem Joint gezogen habe. Bin ich jetzt nicht cool?

Als ich 10 Jahre alt war sagten mir meine Eltern, dass sie mich mit drei Monaten adoptiert hatten. Es war zwar ein Schock, vor allem, als sie mir sagten, dass meine leiblichen Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen wären, jedoch war ich nicht traurig, immerhin kannte ich sie nicht…
Neben der Schule habe ich gleich begonnen Finnisch zu lernen, da ich der Meinung bin, dass man seine Muttersprache beherrschen sollte.
Manchmal denke ich, es hätte nicht besser laufen können, meine Eltern sind das Beste was mir je passiert ist. Sie halten zu mir, schenken mir Vertrauen und Liebe. Ich streite mich nur sehr selten mit ihnen.

Fünf Jahre später erfuhr ich auch, dass ich noch einen Halbbruder habe.
Er heißt Aki, ist vier Jahre älter als ich und Schlagzeuger in einer bekannten Rockband namens >The Rasmus< aus Finnland. (Dort bin ich auch geboren)
Ich wollte ihn unbedingt kennen lernen, auch, wenn wir nur Halbgeschwister sind.
Meine Eltern unterstützten mich natürlich dabei und so flogen wir ein Jahr später nach Helsinki um ihn zu besuchen.
Aki hatte sich tierisch gefreut und wir verstanden und auf Anhieb super.
Er erzählte mir, dass unsere Mutter und sein Dad sich trennten und sie das Sorgerecht für ihn bekommen hatte, als Aki zwei Jahre alt war. Kurze Zeit später lernte sie meinen Dad kennen. Einen Amerikaner. Das erklärte dann wohl auch meine dunkle Hautfarbe und meine schwarzen Haare.
Sie waren überglücklich als ich, zwei Jahre später, zur Welt kam und wurden dann unglücklicher weise zwei Monate später, mitten auf der Autobahn, von einem Geisterfahrer getötet. Aki kam zu seinem leiblichen Vater, der mich leider nicht mit finanzieren konnte, obwohl er es gerne getan hätte.
`Er ist ein guter Mensch` hatte Aki klar und deutlich gesagt. `Doch es ging nicht anders`

Auch meine Eltern hatten ihn sofort ins Herz geschlossen, doch der Besuch war nur sehr kurz und spontan gewesen, also flogen wie einen Tag später wieder nach Hause.
Seitdem telefoniere ich regelmäßig mit Aki. Er erzählt mir viel über seine Musik und seine Bandkollegen, die ich leider noch nicht kennen lernen durfte.
Zu meinem 19. Geburtstag schenkte er mir „Dead Letters“, das neuste Album von `The Rasmus` und vor kurzem landeten sie auch mit dem Song `In the shadows` einen Nr. 1 Hit, zum ersten Mal in Deutschland!
Mein Herz fängt jetzt noch an zu hüpfen, wenn ich daran denke, wie Aki mich gestern gefragt hat, ob ich mit auf Deutschlandtour kommen will. `Natürlich, will ich!` hatte ich in den Hörer gequiekt.

-1-

Auch wenn ich neunzehn bin, ist mir die Meinung meiner Eltern sehr wichtig.
Ich hatte sie gefragt und wenn sie nein gesagt hätten, wäre ich nicht gefahren, doch wie immer fanden sie viele positive Argumente, wie `Dann kommst du hier mal raus` `Lernst neue Leute kennen` `Verbringst Zeit mit deinem Bruder`.
Die meisten anderen Mütter und Väter hätten sich Sorgen gemacht und `ach was da alles passieren kann` gesagt, doch so waren meine nicht!

Mittlerweile bin ich schon am Sachen packen und lasse mir noch einige Worte von Aki durch den Kopf gehen: „Meine Bandkollegen sind allesamt total nett und lustig. Eero ist der bodenständigste und manchmal auch etwas zu ernst, was Pauli sagt, darfst du dir nicht immer so zu Herzen nehmen, er übertreibtst des Öfteren mit seinen Scherzen. Lauri ist ein komischer Vogel, er kann von einer auf die andere Sekunde total in seine eigene Welt abschweifen. Da muss man aufpassen. Meistens hört er dir nach fünf Minuten nicht mehr zu. Aber es gibt solche und solche Tage…“

Ausgepowert lasse ich mich aufs Bett fallen. Bei dem Kauz kann ich mir das gar nicht so vorstellen, wenn ich ihn so im Fernsehen sehe… da kommt er mir eigentlich immer recht offen vor.
Ich schaue auf die Uhr und muss feststellen, dass es bereits halb fünf ist. In einer halben Stunde holen sie mich ab. Wir werden in einem großen Tourbus fahren, aber schlafen hauptsächlich in irgendwelchen Hotels hat Aki gesagt.
Hippelig jumpe ich ins Bad und putze mir noch einmal die Zähne. Danach frage ich meinen Daddy ganz lieb ob er mein Gepäck runter tragen könnte, was er schließlich auch macht.
Kurze Zeit später ist es dann soweit und die Klingel ertönt. Als ich aus dem Fenster blicke steht ein großer grauer Bus mit getönten Scheiben vor unserem Haus.
Meine Mam öffnet die Tür. „Ach Aki, schön dich zusehen. Danke, dass du Tuuli mitnimmst.“
„Ich bin froh, dass ihr einverstanden seid“ sagt dieser. Meine Eltern hatten ihm von Anfang an das `Du` angeboten.
Ich laufe zu Haustür und umarme meinen Halbbruder stürmisch. „Ich freue mich ja so“
„Und ich erst, das wird ein heiden Spaß“
Schnell nehmen wir meine Sachen und geben sie dem Busfahrer, der sie ordentlich verstaut.
„Bye Mam, bye Dad. Ich werde euch vermissen.“ Nacheinander umarme ich sie.
„Wir dich auch, wünschen euch viel Spaß.“
„Danke.“

Aki schreitet als erster in den Bus. Ich gehe unsicher hinterher, sehe mir jedes Ding genau an, die Kojes, den Boden, die Decke… bis wir hinten angekommen sind und drei, nein vier junge Männer auf einer Couch sitzen.
„So Tuuli, das ist unser Manager, Kai.“ beginnt Aki mir alle vorzustellen.
„Hi“ sage ich schüchtern.
„Das ist Pauli….“
„Das ist deine Schwester?“ unterbricht Pauli ihn.
„Ja“
„Ich hatte sie mir ganz anders vorgestellt.“ Er mustert mich. Ja, ich weiß, es ist wieder meine Hautfarbe… wie immer…
„Wir haben verschiedene Vater, das habe ich dir doch erzählt!“ gibt Aki patzig zurück.
„Hi, ich bin Lauri“ Eine Männerhand wird mir entgegengestreckt und ich blicke in stechend grüne Augen.
„Hi…“ kann ich nur antworten und geben ihm die meine. Dann steht er auf und geht nach vorne. Ich schaue ihm kurz hinterher, doch dann zieht Pauli wieder die Aufmerksamkeit auf sich.
„Ja, aber da ist ja nicht mal nen bisschen Ähnlichkeit!!!“
„Halt doch einfach die Klappe, Pauli“ gibt Aki auf und wendet sich wieder mit zu.
„Ich hab dir ja gesagt, dass er manchmal nur Stuss labert, auf jeden Fall, das ist Eero“
„Hey Eero“

-2-

Aki verschwindet kurz im Bad und ich nehme einfach unbeholfen zwischen Eero und Pauli platz, wo dieser Lauri vorher gesessen hatte.
„Und, bist du aufgeregt?“ kommt es gleich neugierig von dem Bodenständigen.
„Ja, ein bisschen, ist meine erste Tour“ lächle ich. Irgendwie fühle ich mich gerade nicht so wohl.
„Ja, bestimmt ist es auch neu für dich, mit sechs Männern, den Busfahrer eingeschlossen, auf so engem Raum zu sein“ kichert Pauli und knufft mich in die Seite.
Okay… das war ein Scherz… also, einfach mitlachen…
„Pauli? Wo hast du die Tütensuppen?“ ruft jemand von vorne.
„Wo sollen denn welche sein?“ ruft Pauli verwirrt zurück.
„Na, du hast immer welche unter deinem Kopfkissen“ Lauri kommt grinsend wieder nach hinten und beginnt in einem kleinen Schrank neben dem Fernseher rumzuwühlen.
„Nein, für die Tour habe ich mir ein anderes Versteck überlegt.“ meint Pauli stolz.
„Ja, im Bad, unter dem Waschbecken“ sagt Aki trocken und wirft ihm sein Kram zu.
„Aha, darf ich eine? Danke.“ Ohne auf eine Antwort zu warten, krallt sich Lauri eine und beschäftigt sich mit dem Wasserkocher.
„Mist“ flucht Pauli leise.
„Tja, du hast billiges Klebeband benutzt, selber Schuld.“ Aki zuckt mit den Schultern und nimmt, nachdem Pauli brummend nach vorne verschwunden ist, seinen Platz ein. „Alles klar, Schwesterli?“
„Ja.“
„Möchtest du auch was essen? Pauli gibt bestimmt noch eine ab.“
“Nein, danke. Sag mal, wo geht’s jetzt eigentlich hin?“
„Ähm.. Hamberg oder so.“
„Hamburg.“
„Ja, genau. Dort ist das erste Konzert.“
„Cool, dann seh ich dich endlich mal spielen.“ freue ich mich.
„Dann muss ich mich wohl besonders anstrengen.“ entgegnet er mir lächelnd und steht wieder auf. Hier ist echt jeder in Bewegung…
Er tauscht sozusagen mit Lauri den Platz, der sich mit einer dampfenden Tasse neben mir nieder lässt.
Kurz blicke ich an ihm vorbei zu dem Manager. Schläft der etwa?
„He!“ reist Eero mich aus meinen Gedanken. „Hast du so was schon mal gemacht?“ Er deutet auf die Playstation.
„Ja.“
„Gut, dann kannst du mal gegen Lauri…“
„Sie verliert sowieso.“ unterbricht Lauri ihn. Fragend schaue ich den Suppenfratz an, dieser schüttelt sofort verwirrt den Kopf. „Das war jetzt nicht böse gemeint oder so, aber niemand besiegt mich und dann wird das bestimmt auch kein Mädchen ändern“
„Das werden wir ja sehen“ ich lege meinen Kopf schief und setzte ein zuckersüßes Lächeln auf, was er nur still mit einer erhobenen Augenbraue kommentiert. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass er manchmal einen auf Depri macht.

-3-



Zwei Stunden später kommen wir vor der Konzerthalle an.
„Verdammt, in einer Stunde geht’s los, wir müssen aufpassen.“ sagt Aki.
„Wieso aufpassen?“ frage ich neugierig.
„Naja, ich wette mit dir vor der Halle stehen schon haufenweise Fans. Auch, wenn wir gerade hinter dem Gebäude lang laufen, könnte uns einer begegnen.“
“Und wenn uns einer begegnet und der Fan dann loskreischt, kommen alle!!“ erklärt Eero weiter.
„Gleich gibt’s was zu Essen.“
Ich drehe mich um und sehe, wie Pauli sich lippenleckend die Hände reibt.
Okay, ich bekomme auch langsam Hunger… hatte immerhin den ganzen Tag vor Aufregung nichts gegessen.
Ein dicker Mann öffnet und den Hintereingang und die Band, der Manager und ich treten ein.
„So Leute, wir sind heute etwas spät dran. Es ist schon alles vorbereitet, lasst uns einen kurzen Soundcheck machen und dann könnt ihr was essen.“ sagt Kai und als Antwort bekommt er nur Gebrumme und undeutliche Sätze wie: „Isch hab abba doch hunga….“
„Tuuli, du kannst ruhig schon mal zum Catering.“ gibt er auch mir eine Anweisung, die ich mit Freunde befolge.

Nach 15 Minuten treffen dann auch die anderen ein und fallen wie vier wilde Tier über das Essen her… was nicht mal so besonders geschmeckt hat, muss ich sagen.
Keiner sagt nur einen Ton, als sie sich zu mir an den Tisch rammeln. Jeder beschäftigt sich mit seinem fast überlaufenden Teller. Sogar Lauri hat richtig zugehauen, obwohl er erst ne Tütensuppe gegessen hat.
Viele Leute, die ich nicht kenne, laufen kreuz und quer herum. Mit irgendwelchen Kabeln, Wasserflaschen, Handtüchern…. Alle sind da, nur für meinen Bruder… und die anderen natürlich… aber mein Bruder ist mir am wichtigsten, ich bin schon ein wenig stolz, irgendwie….
Wie groß wird wohl das Publikum sein? Werden sie `AKI` brüllen? Nein, ich glaube eher `Lauri`, die Sänger sind doch fast immer die Favoriten…
In Gedanken schaue ich in die Runde und bleibe bei Lauri hängen, der sich gerade eine Zigarette anzündet. Scheiß Raucher, zum Glück raucht Aki nicht.
„Auch eine?“
Ich schrecke auf und starre die Marlboroschachtel an, die mir entgegengehalten wird. „Nein, ich rauche nicht.“
Lauri zuckt mit den Schultern. „Ich dachte, weil du so geguckt hast…“
„Nein, Tuuli ist genau so vernünftig, ie ich“ stolz legt Aki einen Arm um meine Schulter.
„Naja, dafür trinkst du genügend Alkohol.“ verteidigt sich Lauri.
„Ich bin aber nicht süchtig.“
„Ich auch nicht.“
„Natürlich!“
„Nein, nicht von Alk.“
„Aber von Nikotin.“
„Das kann sein.“
„Was für ein sinnloses Gespräch“ spreche ich aus Versehen meinen Gedanken laut aus und fange beide Augenpaare ein.
„Ja, ist doch so.“

-4-

„Los Jungs kommt! Eero kümmere dich um Lauri, er soll sich einsingen. In fünf Minuten geht’s los!“
Seufzend stehen die vier auf, lassen ihre Teller einfach dort stehen und ich laufe unauffällig hinterher.
Umso näher wir der Bühne kommen, desto lauter höre ich das Gekreische der Fans, die anscheinend gerade rein gelassen wurden.
„Habt ihr nicht so was wie ne Vorband?“ frage ich Aki, als wir nun hinter der Bühne stehen bleiben.
„Nö. Wir sollten zwar eine bekommen, aber die hat unserem Manager nicht gefallen…“
„Aha.“
„Mh.. willst du hier stehen bleiben oder gehst du mit ins Publikum?“

….”The Rasmus…The Rasmus… The Rasmus…“

Ich hebe eine Augenbraue. “Nein, das tue ich mir nicht an. Außerdem sehe ich hier am besten.“
„INTRO SPIELEN!!! INTROOOOOO!!!“ schreit Kai und rennt an uns vorbei.
„Okay, es geht los. Bis denne.“
Kurz umarme ich Aki. „Viel Spaß und mach bloß keinen Fehler“ drohe ich ihm scherzhaft.
„Ich doch nicht.“
„Aki komm!“ Eero reißt ihn mit auf die Bühne.  Lauri steht schon am Mikro und begrüßt die Fans. „Oh, so many of you….“….”Here we go!”

Die meiste Zeit blicke ich in die Menge kreischender Mädels oder zu Aki, der mir ab und zu zuzwinkert und komische Grimassen schneidet.

„Boah, das war total geil“ mein Bruder kommt auf mich zu und will mich umarmen.
„Nein, nein, nein, nein. Du bist total verschwitzt!“ sage ich angewidert.
„Komm hab dich nicht so!“
„Los, ich von hinten, du von vorne, dann kann sie nicht weg“ höre ich Lauri hinter mir rufen und drehe mich leicht panisch um. Er steht zum Glück nur da und süffelt Wasser. „Perverser du!“ Er grinst.
„HEEEY! Ihr müsst wieder raus! Hört ihr das nicht?“ Kai wird langsam böse.

…“Zugabe!  … Zugabe!...“ ….

„Oh, stimmt ja…“
Zwei Sekunden später zerplatzt wieder beinahe mein Trommelfeld, als die Band `rausgeht` und die Fans sich `freuen`… um es sanft auszudrücken.

-5-

Alle sind frisch geduscht und wir sitzen wieder im Bus, der das nächste Hotel ansteuert.
"Echt, so was Geiles hab ich noch nie gesehen." sage ich total begeistert.
"Warst du überhaupt schon mal auf nem Konzert?" will Aki wissen.
"Äh...ja, aber noch kein Rockkonzert..." Als ich zehn war, waren meine Eltern mit mir bei PUR, aber das muss ich ja jetzt nicht erwähnen, obwohl sie diese Band sowieso nicht kennen würden.
"So, was machen wir heute Abend noch?" Pauli reißt seine zweite Chipstüte auf.
"Keine Ahnung. Du Lauri?" reicht Aki die Frage weiter.
"Ich bleib mit Eero im Hotel, bin müde." sagt Lauri monoton und wendet seinen Blick nicht von dem Fenster ab. Ist das jetzt eine seiner Phasen? Oder ist er wirklich einfach nur müde... könnte ich ja verstehen, nachdem Auftritt...
"Na gut, Tuuli, kommst du mit?"
... die letzte Nacht habe ich kaum geschlafen... "Können wir das nicht auf morgen verschieben?" frage ich lieb.
"Ihr seid ja alles Langweiler" spielt Pauli auf beleidigt und stopft sich aus Frust die nächste volle Hand in den Mund.
Der Bus hält an. "ZIEL ERREICHT!" brüllt der Busfahrer nach hinten.
"Wo ist eigentlich euer Manager?" frage ich verwundert. Haben die den etwa vergessen?
"Kai fährt nicht gerne mit uns im Tourbus."
"Und wie kommt der dann hier her?" Wup! Beinahe wäre ich die Treppen runtergestolpert...
"Keine Ahnung, Leihwagen vielleicht. Ich weiß auch gar nicht, ob er im Hotel schläft... Nach nem Konzert ist er meistens verschwunden und taucht dann morgens wieder auf."
"Ähh...okay..." muss ich nicht verstehen...
Wir betreten die Lobby.... Eine große Lobby... sehr viel dunkles Holz und ein Riesen Kronleuchter hängt in der Mitte des Raumes.
"Wir nehmen die teuren Hotels nur, weil das Essen hier besser ist" flüstert mir Pauli zu, der anscheinend meinen staunenden Blick gesehen hat.
„Macht dir das was auf, wenn du bei Lauri und mir mit schläfst?“
„Bitte was?“ frage ich Aki geschockt und hoffe, dass es nur ein Scherz war.
„Naja, so kurzfristig, wie ich mich entschieden hatte dich mit zu nehmen, war hier kein Einzelzimmer mehr frei.“
„Schlafen wir in einem Bett?“
„Nein… keine Sorge, ich schlafe mit Lauri im Doppelbett. Die Leudde hier wollten noch nen Einzelbett mit hinstellen, wo du pennst.“„Achso, dann ist ja gut.“
Mit Aki hätte es mir ja nichts ausgemacht in einem Bett, aber mit Lauri… , nicht, dass ich ihn nicht leiden kann, aber ist trotzdem ein fremder Mann.
Irgendwie erinnert mich das gerade an damals…eine schreckliche Nacht…
„Tuuli kommst du?!“ Aki wedelt mit dem Schlüssel.
Gedanke einfach beiseite schieben… und… weg issa!
„Jap, bin schon da!“

-6-

„So, der entscheidende Augenblick“ Aki hockt sich gespannt vor die Minibar und öffnet sie. „JAAA!! BIER!“
Lauri und ich schauen und stumm an und schütteln nur den Kopf.
„Ich bin müde.“
“Ich auch.“
„Aki, wir wollen schlafen!“ sage ich im Vorbei gehen und verschwinde mit meinen Schlafanzug und Waschzeug im Bad.
„Was schon? Es ist doch erst halb 1“ höre ich noch, bevor ich die Tür schließe.
Woww…. Was für ein Bad… Marmor vom aller feinsten… ne Dusche für zwei und eine doppelt so große Badewanne, als bei mir zu Hause…
Jep, meine Entscheidung ist gefallen: Hier bleibe ich für den Rest meines Lebens!
Angenehm warm ist es auch noch. Ich ziehe mich flink um, putze Zähne und schminke mich ab, soviel ist das ja nicht, das wenig Wimperntusche…
„Tuuli, wie lange brauchst du denn noch?“
„Ich dachte, du wolltest noch nicht ins Bett, Aki!“
„Ich muss trotzdem schiffen!“
„Gemaaach…gemaaach!“ Langsam schließe ich die Tür auf und bevor ich mich versehe, stehe ich draußen und er IM Bad. Menno, ich fands da doch so toll…
Aus der Minibar nehme ich mir noch eine Flasche Wasser und schleiche dann barfuss zu den Betten, wo Lauri NUR in Boxershorts sitzt und drauf wartet, dass das Bad frei wird.
Ich schlucke, wende meinen Blick ab und stecke meine benutzten Klamotten in die Tasche.
„Wie ist es eigentlich so zu leben?“
Hat Lauri grade mit mir gesprochen? Ich drehe mich um. „Was meinst du?“
„Naja, bei Leuten auf zu wachsen, die zuerst wie deine Eltern scheinen, es dann aber nicht sind.“
„Sie sind immer noch meine Eltern und da wird sich nie was dran ändern!“ antworte ich etwas patzig.
Er sieht mich überrascht an.
„So, Lauri, du kannst“ Aki kommt aus dem Bad, reißt sich auf dem Weg zum Bett alle Klamotten vom Leib und wirft sie in verschiedene Ecken.
„Machst du das immer so?“ frage ich beiläufig.
„Jap. Das ist total cool. Morgen, wenn ich aufstehe und aufs Klo gehe, sammele ich sie wieder ein und ziehe sie genauso an, wie ich sie den Vorabend ausgezogen habe.“
Aha…. „Und wenn du vorher duschen willst?“
Seine Miene wird nachdenklich. Darauf weiß er keine Antwort.
„Oder du vielleicht mal neue Klamotten brauchst?“
Immer noch schaut er mich perplex an.
„Tja, Bruderherz, darüber solltest du dir mal Gedanken machen. Was sind frische Sachen?“
„Ich weiß was das ist!“
„Sah aber nicht so aus“ grinsend zwinkere ich ihm zu und krabbele dann unter meine Decke, drehe mich zur Wand. Wow, sogar das Beistellbett ist total bequem…
Wenig später höre ich noch, wie Lauri aus dem Bad kommt und sich ins Bett legt. „Aki, machst du bitte das Licht aus, du bist näher dran.“ murmelt Lauri.
„Ich dachte das war nen Joke, mit dem Pennen.“
“Nein“ brummen Lauri und ich fast gleichzeitig.
„Okay“ *klick* „Gute Nacht“

-7-

„AUFSTEHENNNN!!!!!!!“ *schock* Wer klopft denn da wie nen Irrer an die Tür?!
„HABT IHR NICHT GEHÖRT???!!!!“
Wütend mache ich mich auf dem Weg zu dem Bekloppten, gehe am Doppelbett vorbei. Plötzlich hebt Aki den Arm, hält jedoch die Augen geschlossen.
„Lass! Ist nur Kai.“
„Genau, wir überhören den einfach“ murmelt Lauri.
„Nö jetzt bin ich wach.“ sage ich beleidigt und bemerkte, dass hier ein sehr hoher Sauerstoffmangel herrscht. Also reiße ich die Gardinen zur Seite und öffne die Balkontür.
Beide Jungs knurren nur und vergraben sich unter der Decke.
„Gut, dann geh ich als erste duschen… und verbrauche das ganze schöne warme Wasser“ schwärme ich und warte auf eine Reaktion.
„Ich dusche sowieso immer kalt“ sagt Lauri trocken.
Aki setzt sich hin. „Ich aber nicht“ meckert er und reibt sich die Augen.
„Bin trotzdem erste!“ kichernd renne ich mit einem Haufen frischer Sachen ins Bad und schließe schnell ab. …Hallo Traumdusche…
>>><<<
„Ich bin so traurig, dass wir aus dem schönen Hotel wieder weg müssen“ schniefe ich und verstaue meine Tasche unter eins der Kojen.
„Das nächste ist genauso toll“ gähnt Aki und wir rammeln uns beide zu den anderen auf die Couch.
„Was guckt ihr da?“ frage ich in die stille Runde und bekomme nur eine DvD-Hülle in die Hand gedrückt. Ich fasse es nicht! „NEN PORNO? IHR SCHAUT MIT MIR EINEN PORNO….???!!“ Aki hält mir grinsend die Hand vor den Mund. Pauli und Eero fangen an zu kichern.
„Das sollte nen Scherz sein. Die gucken Fluch der Karibik.“ versichert mir mein Bruder und tatsächlich Jack springt gerade durch Bild.
„Ich dachte schon…“ murmele ich gegen seine Hand und er nimmt sie wieder weg.
„Wir gucken NIE so was. Keine Ahnung wie diese Hülle hier überhaupt rein gekommen ist.“ Er hustet und schaut sich verdächtig um.
„Neeeeein, du doch nicht, Aki“ sagen Eero und Pauli gleichzeitig kopfschüttelnd.
„Nein, stimmt, das ist nicht meine. Bestimmt von Lauri!“
„Ja, klar Laaauuuriiii“ nicken sie wieder zusammen. „Lauri guckt doch nicht solche Softpornos!“
„Könnt ihr jetzt bitte mal aufhören?“ ziche ich dazwischen. „Das könnt ihr besprechen, wenn ich nicht dabei bin, okay?!“
Grinsend schauen sie Aki an und beginnen zu nicken. Ganz klar… Akis Dvd! …. Typisch Männer….
Er willst vor seiner kleinen Schwester nur nicht zu geben… hehe… deshalb verdächtigt er einfach Lauri, weil der gerade nicht da ist….
Genau, wo ist er eigentlich?
-8-
„Tuuli, wo willst du hin?“ fragt Aki, als ich aufstehe und in Richtung Koje marschiere. „Ich kenne den Film schon, außerdem brauch ich mal nen bisschen Ruhe“ das klingt zwar irgendwie unglaubwürdig, weil wir vor knapp zwei Stunden erst aufgestanden sind, aber Aki nimmt die Ausrede so hin und ich ziehe den Vorhang hinter mir zu.
„Lauri?“ frage ich leise und schaue ins erste Bett. Nix…
Ist er überhaupt hier? Naja, wo sollte er sonst sein?!
Ein Rauschen… nein, es kommt nicht vom Fernseher und auch nicht vom Motor… Leise schleiche ich nach ganz vorne und ziehe den einzigen geschlossenen Koje-Vorhang zur Seite.
Da! Lauri hört Musik, hat die Arme hinter dem Kopf verschränkt und die Augen geschlossen.
Als ich ihn leicht antippe, schreckt er auf und….
„Autsch!!!“ stößt sich. „Was willst du?“ zicht er mit schmerzverzogenem Gesicht und reibt sich den Kopf.
Ja…ähm, was will ich eigentlich…?
„Warum bist du nicht mit bei den anderen?“ frage ich einfach mal.
„Weil ich keinen Bock habe!!!“
„O…okay“ Ich will den blauen Stoff wieder zuziehen, doch er packt mich Handgelenk.
„Halt warte!“
Schnell entreiße ich es ihm. Ich hasse es, wenn man mich festhält…
„Was denn?“
„Tut mir leid. Das hätte ich auch netter sagen können. Nimms mir nicht übel, ich bin halt gerne alleine, da kommen die besten Ideen für neue Songs“ Lauri lächelt kurz, was ich nur erwidern kann. „Ach so ist das. Na gut, dann lass ich dich mal weiter arbeiten. Aber mach nicht so lange.“
„Spätestens bis zum Konzi bin ich wieder da“ grinst er.
„Ähm, das sind aber noch sechs oder sieben Stunde, kommst du vorher nicht noch mal mit in die Stadt?“
„neee… der Trubel heute Abend reicht mit“
„Aber nach dem Konzert kommst du noch mal mit oder?“ Ich schaue ihn bittend an.
„Ja, vielleicht.“
>>>><<<<
Ich stehe wieder neben der Bühne. Diesmal schaue ich nur gedankenverloren zu Lauri.
Bei Auftritten ist er ein ganz anderer Mensch. …voller Power und … so selbstbewusst. Er singt, als ob es nichts anderes für ihn gäbe, rockt mit den anderen die Bühne. Die Fans sind ganz vernarrt in ihn, wie sie nach ihm greifen und er immer wieder zurückweicht. Dass er nicht von der Bühne fällt ist alles… nagut Pauli hat er vorhin auch schon umgerannt.
Ich wende mich kurz ab, erblicke Aki, wie er mich fragend anschaut.
Verwirrt schüttele ich nur den Kopf und lächle, hebe einen Daumen, um ihm zu zeigen, dass sie wieder ausgezeichnet sind.
>>>><<<<
Es ist schon dunkel als wir wieder ein Luxushotel, mitten in Dresden, erreichen.
Die Jungs sind alle noch total aufgedreht, sogar Lauri ist etwas besser gelaunt.
Vor dem Eingang stehen einige Fans, die sich zum Glück mit einem Autogramm und einem Foto zufrieden geben.
>>>><<<<
Aki kommt als letzter aus der Dusche und ich springe gleich an ihm vorbei ins Bad, was ich erst mal mit dem anderen vergleiche.
Ja, doch, ist auch akzeptabel… „Tuuli, in zehn Minuten geht’s los.“ gibt Aki mir Bescheid und ich mache mich daran, mich umzuziehen und mir ein bisschen Farbe ins Gesicht zu schmieren… natürlich nicht zu viel.
Es ist was anderes mit der Band wegzugehen, denn ich freue mich drauf, was sonst sehr selten vorkam. Andererseits wurde ich zu so was erst gar nicht eingeladen.
„Hey, Kleine, die anderen warten schon“ Aki steht grinsend in der Tür, als ich gerade meine Wimperntusche zu drehe. „Bin fertig.“
„Wow, na ich hoffe mal, dass ich dich nicht heute an irgendwem verliere…“
„Wie meinst du das?“
„Viele stehe auf natürliche Schönheit. Und du hast sie so eben sehr betont.“
„Verstehe ich nicht. Wenn ich geschminkt bin, bin ich doch nicht mehr natürlich“ verwirrt gehe ich auf ihn zu.
„Naja, wie soll ich das erklären, du bist halt natürlich geschminkt… ist ja auch egal… komm, die anderen meckern sonst wieder.“
„Kommt Lauri auch mit?“
„Ja, er hat heute Abend eine gute Phase“ lächelt Aki und ich hake mich bei ihm ein.
-9-
„Aki, du darfst mich doch nicht einfach alleine lassen“ flehe ich ihn an.
„Aber… sie will mir doch nur ihre Wohnung zeigen“ grinst er frech. „Lauri kümmert sich schon um dich…“
„Toll“ Ich blicke zu Lauri, der sturzbesoffen in der Ecke hängt. „Ich eher um ihn.“
„Das könnt ihr ja machen wie ihr wollt, ich komme nachher nach… *räusper*“ Er gibt seiner Eroberung einen leichten Klaps auf den Hintern und das Blondchen fängt kindisch an zu kichern.
„Hey, ich bin doch auch noch da“ meint Pauli neben mir, der zum Glück noch relativ nüchtern ist.
„Okay, na los Aki, mach dich ab“ sage ich mit einer Handbewegung zur Tür und schon ist er verschwunden. Woll ma dem Kerle mal seinen Spaß lassen.
Aber ich glaube, es wäre doch besser gewesen mit Eero zu Hause zu bleiben, so ein Abend ist nichts für mich und das nur, weil ich nicht gerne Alkohol trinke. Ich war in meinem Leben nur ein einziges Mal besoffen und ich musste erfahren, was dieses Zeug mit Leuten macht, was es mit mir gemacht hat…. „Tuuli, wollen wir?“ fragt mich Pauli, der Lauri versucht aufrecht zu halten. Ich nicke und stütze Lauri von der anderen Seite. So groß ist er ja nicht…
Lauri ist zwar sternhackedicht aber er lallt wenigstens keinen Müll bis zum Hotel. Bei ihm hat die Müdigkeit gesiegt.
„So Kumpel, Wir sind da.“ Pauli lässt ihn erschöpft auf Bett fallen und beginnt ihm die Schuhe auszuziehen. Bevor ich ihn auch noch mit entkleiden muss, verschwinde ich lieber im Bad um mich abzuschminken und Zähne zu putzen. Als ich wieder rauskomme, ist Pauli verschwunden und Lauri liegt schnarchend unter der Decke.
So, hätten wir das auch geschafft… und wo ist mein Bett? Zunächst schaue ich mich noch grinsend, doch als ich dann feststellen muss, dass es kein zweites Bett gibt, vergeht es mir schnell. Soll ich aufm Boden pennen, oder was?
Andererseits… Lauri schläft wie ein Stein…. ein lauter Stein…. Ist doch bestimmt nicht schlimm, wenn ich mich zu ihm lege… und wie ich mir bei Aki vorstellen kann, kommt der vor morgen früh sowieso nicht wieder….
-10-
Steif liege ich neben Lauri. Kann der nicht mal aufhören zu schnarchen… ?!
Auf meine Schläge reagiert er leider nicht. Es ist mittlerweile drei Uhr und ich habe immer noch kein Auge zugetan.
„Lauri, jetzt halt doch mal die Klappe!!“ platzt es aus mir heraus… und ich stöhne genervt.
Oh, er bewegt sich…. Jetzt knurrt er …hehe, ich habs geschafft! Ähm… was macht er da?!
Ahh, komm mir bloß nicht zu nahe! Hey, was soll das?! Nimm den Arm da weg… verdammt, warum rede ich nicht einfach laut?!
Als ich gerade nach Luft schnappe und losblubbern will, bemerkte ich, dass er jetzt aber wenigstens nicht mehr schnarcht…
Mh… die Ruhe könnte ich ja ausnutzen… ja, doch das mach ich. Der Arm ist ja nicht giftig oder so…
>>>><<<<
Es riecht nach Bier… Blinzelnd erkenne ich Lauri, genau vor mir…. Boah, wie eklig… der hat ja ne Farne…. Angewidert drehe ich mich weg, trete ihn dabei aus Versehen… selbst Schuld, der liegt ja auch so nahe bei mir… Dass ich nicht ausm Bett gefallen bin, ist ja alles.
Mit einem schmerzverzogenem Gesicht was ich noch von gestern im Koje kenne murmelt er wieder irgendwas und packt sich an de Kopf.
Ja, der wird nen schönen Kater haben…hehe…
Ich husche aus dem Bett und mache mich wieder an die Gardinen und das Öffnen der Tür.
Aki ist ja noch gar nicht da, wo bleibt der denn?! Es ist halb sieben. In einer halben Stunde wird Kai vor der Tür stehen.
„Wo bin ich?“
„Hat die Leiche etwa gesprochen?“ frage ich kichernd.
Mit den Augen zu Schlitzen geformt, wegen dem Licht, setzt Lauri sich aufrecht hin. „Wo ist Aki?“
„Bei irgendner Perle“
„Will du mich vergackeiern?“
„Nein, er ist gestern Abend weg und meinte, er würde nachkommen“
„Achso….“ gähnend wuschelt er sich durch die Haare. „Ich hab voll die Kopfschmerzen.“
„Echt..? Das ist aber komisch…“ meine ich voller Ironie.
„Wieso komisch?“
Oh, mann, der rafft am Morgen aber wirklich gar nichts….
„Ich geh duschen.“
-11-
Als ich aus dem Bad spaziere steht Lauri mitten im Schlafzimmer und schaut sich um.
„Wo hast du eigentlich geschlafen?!“
Oh, verdammt. Was soll ich jetzt sagen?! Am besten die Wahrheit oder? „Ja, ähm… also, es war kein zweites Bett da und …und du warst so betrunken und hast tief und fest geschlafen… also hab ich gedacht…“
„Ist doch kein Problem.“ unterbricht er mich mit einem Lächeln. „War nur ne Frage und kein Vorwurf oder so. Ich dachte schon, du hättest es dir auf dem Boden bequem gemacht… das ist nämlich nicht gut für den Rücken“ Er geht an mir vorbei.
Ich starre einfach so ins Leere… Es hat ihm nichts ausgemacht?!...
Plötzlich wird die Zimmertür aufgerissen. „Ist Kai schon hier gewesen?“ panisch schließt Aki die Tür.
„Da bist du ja“ sage ich erleichtert. „Nein, er war noch nicht hier.“
„Ja, es hat etwas länger gedauert“ verlegen kratzt mein Bruder sich am Kopf. „Eher gesagt, ich bin eingeschlafen“
„Hat sie dich so geschafft, als sie dir ihre Wohnung gezeigt hat, ja?“ frage ich mit hochgezogener Augenbraue.
„Naja, ich habe nur den Flur, das Bad und das Schlafzimmer kennen gelernt“ grinst er versaut und zieht seine Hose aus. „LAURI BRAUCHST DU NOCH LANGE?“
„ACH AKI, AUCH SCHON DA? NEIN, BIN SOFORT FERTIG“ kommt es gedämmt aus dem Bad zurück.
„Gut…“ erschöpft setzt sich Aki aufs Bett. „Du hast ja dein Bett gar nicht ausgezogen“ stellt er fest.
„Bett ausgezogen?“ frage ich verwirrt.
„Naja, hier!“ Er steht auf hockt sich hin und zieht unter dem Bett eine Matratze raus.
Ich haue mir mit der flachen Hand gegen die Stirn. „Ach da ist das Dingen.“
„Hast dus dir bei Lauri gemütlich gemacht oder was?“ fragt er grinsend.
„Ja, also…“ fange ich wieder an zu stottern und er unterbricht mich, genau wie Lauri. „Ist doch egal, Lauri hats bestimmt nichts ausgemacht, oder?“
Ich schüttel schnell den Kopf.
„Siehste, kein Grund zu stottern“ lächelnd kneift er mir in die Wange, geht dann zur Tür und versucht Lauri aus dem Bad zu klopfen.
-12-
Gleich, nachdem uns der Bus, nach dem Frühstück abgeholt hat, habe ich mich mit einem dicken Buch in eins der Kojes verkrochen.
Wie können die bloß den lieben, langen Tag vorm Fernseher hocken?! Lauri kann ich verstehe, wenn er öfters mal da raus muss…
Ich erschrecke, als der Vorhang zur Seite gezogen wird.
„Hey, was machst du?“ Ein strahlender Lauri blickt mir entgegen.
Stumm deute ich auf das Buch, was ich in meinen Händen halte.
„Ach lesen…. Was liest du denn Feines?“
Verwirrt schaue ich zu, wie er sich neben mich ins Bett quetscht. Automatisch rutsche ich ein wenig zur Wand. „Zeig mal her“ er schnappt sich mein Buch und liest sich die Rückseite durch.
Ich kann ihn immer nur noch perplex beobachten. Er ist grade wieder so anders…
„Mh… interessant… mir aber zu schnulzig…“
„Isn Roman.“
„Ja, ich lese lieber Horrorgeschichten“
„Aha“ …ich hasse Horror….
„Dir geht’s aber wunderlich gut, nach dem gestrigen Abend“ sage ich nach einer Weile an-die-Decke-starren….
„Tja, Kopfschmerztabletten bewirken wahre Wunder. Wieso trinkst du eigentlich nichts?“
„Mir schmeckt Alkohol einfach nicht.“ Schluss, Aus, Ende!
Lauri hebt eine Augenbraue… „Glaub ich dir irgendwie nicht.“
„Mh… musst du ja nicht.“ Ich schaue wieder zur Decke, er tut es mir gleich. „Okay, wenn du nicht reden willst…“
Mit ihm werde ich da sicherlich nicht drüber reden!! Denn er ist ein Mann!
Das mit dem Lesen habe ich aufgegeben, liege einfach nur da, neben Lauri, dem ab und zu ein leiser Seufzer entflieht.
Als ich laut gähne, bemerkte ich, wie er er mich von der Seite angrinst.
„Was hast du denn die Nacht gemacht?“
„Wie… was soll ich gemacht haben?“ frage ich verwirrt.
„Na, geschlafen haste sicherlich nicht!“ stellt er fest.
„Dann frag dich mal warum!“
„Ich kanns mir schon vorstellen…“
Hö, was denkt er jetzt schon wieder? „Was kannst du dir vorstellen?“
„Naja, ich sags mal so, beim Rauschausschlafen bin ich nicht wirklich die Ruhe in Person“
„Ja, das stimmt.“ lache ich. „Du bist das reinste Sägewerk.“