Chapter 5
…good enough?...
°Nora°
Ich beachte mich im Spiegel. Kann ich so losgehen?
Dunkelblaue Jeans, schwarz-weiß gestreiftes Top, Stiefel…meine schwarzen Haare lasse ich offen.
>Guck nicht länger, sonst ziehst du dich doch wieder um!< befehle ich mir selbst und ziehe meine Jacke über.
„Damm, damm, damm, ich komme“ tänzel ich fröhlich und schließe meine Tür ab.
„Du kommst?“ Lauri sieht mich skeptisch an.
Na, was für ein Zufall aber auch….
„Oh, der Herr hat sich wieder beruhig, was?“
„Ja! Und wo willst du hin… so aufgestylt?“
Ich hätte mich doch noch mal umziehen sollen…
„Sag ich nicht!“ meine ich kindisch.
„Okay.“ Pfeifend springt er die Treppen runter.
„Und du?“
„Sag ich dir auch nicht!“
„Okay“ Ich bevorzuge den Fahrstuhl.
„Ich bin pünktlich“ sage ich stolz.
“Ja, ein Wunder!“
„Ich weiiiß, Alex wartet ja auch auf mich.“
“uiiii…“
„Ach, du bist blöd“
„Ich weiiiß, ich bin ja auch mit dir befreundet“
„Sei ruhig jetzt!“ sage ich böse.
„Mecker nicht rum, sonst kommen wir doch noch zu spät.“
„okili“
„Hey Mädels, wo solls hingehen?“
„Oh nein, der schon wieder“ stöhne ich leise, als ich Black-Devil sehe, wie er die Taxitür aufhält.
„Ins BanDoo, bitte“ hüpft Linda fröhlich drauf los.
„Was für ein Zufall, da will ich auch hin!“
…ach neeeiiin, wie kannst du nur….
„Jaja und wo ist deine Freundin?“ will ich wissen…die Zicke…
„Die wartet da auf mich“
…Er ist ein schlechter Lügner…
„Ach Nora, jetzt komm!“ Linda hat es sich schon bequem gemacht.
„Nur, wenn er zahlt!“ … er hat ja schließlich das Geld…
„Na aber sicher doch!“
Chapter 6
…lose control…
Linda steht an der Bar. Wie ein gejagtes Huhn laufe ich auf sie zu.
„Er hat mich geküsst! ER.MICH.GEKÜSST!!!“ ich rüttel’ sie.
„Ahh… hör auf!“
„Hast du mir überhaupt zugehört?“
„Ja, war ja nicht zu überhören, wie war`s denn?“ fragt sie mit einem dreckigen Grinsen.
„Traumhaft!“
„Ist er voll?“
„Äh, wie kommst du denn da drauf, ich weiß nicht… nein!“
„Sei dir sicher, ob er’s ernst meint“
Achja, die Sorgentante.
„Bin ich.“
„Gut.“
Ich hüpfe wieder zurück auf die Tanzfläche… zu ALEX!!!
°Lauri°
„Sie geht einfach nicht an ihr Handy!“
„Mann, Lauri, ich kann doch auch nichts machen“ … ich weiß doch, Aki…
„Mich kotzt echt mal alles an, SIE kotzt mich an!“
„Was hast du vor…?“ fragt er ernst.
Ich nehme den letzten Schluck meines Bieres. „Sie kann wieder zu ihrer `ach so tollen Mom` ziehen! Ich lass mich doch nicht verarschen!“
Warum guckt er so blöd?
“Überleg dir das noch mal, Lintu“
„Tzzz..“
Naja, eigentlich… vielleicht hab ich das echt nur so gesagt, aus meiner Wut heraus. Ich liebe sie doch… oder? Das alles kommt jetzt so plötzlich, ich habe noch nie darüber nachgedacht, ohne sie zu sein…
Langsam nicke ich und Aki lächelt mir aufmunternd zu. „Das wird schon wieder…“
Ja, das dachte ich auch vor einem Monat.
„Ich geh mal für kleine Lintu`s“ verabschiede ich mich und schiebe mich durch Gedrängel.
„Heeeeey, Nachbar!“ lallt die Kleine und zieht einen dunkelhaarigen, großen Mann an mir vorbei.
„Hi“ nuschele ich in mich hinein und schaue ihr hinterher. …Süß, diese Nora…
°Nora°
Ich ziehe ihn zu mir, küsse ihn…
Mann, am liebsten würde ich ihn auffressen…. diese Lippen, seine Hände… überall!
Doch er löst sich wieder von mir und nimmt meine Hand.
Bei Linda an der Bar angekommen, bestell ich mir erst mal was zu trinken. Sie hat ein Dauerlächeln aufgesetzt und beobachtet jede meiner Bewegungen.
…obwohl sie ja auch nicht so ganz untätig war. Im Arm eines recht gutaussehenden Typen… mal einer, den ich nicht kenne. Er sieht älter aus, vielleicht 30?
Zwei Arme schlingen sich um meinen Bauch und Alex haucht mir irgendwas ins Ohr.
Ich hab es zwar nicht ganz verstanden, bin mir doch sicher, dass es was Versautes war….bei dem Grinsen.
Ich ex` mein Getränk und folge ihm nach draußen.
„Was willst du hier?“ … meine Fresse ist das kalt.
„Zu mir?“
„Du willst jetzt schon gehen?“ frage ich und schaue gleichzeitig auf die Uhr. Ist doch erst …. ähm, warum sind die Zeiger alle doppelt…?
„Nein, du kommst natürlich mit“ seine kalten Hände krabbeln unter mein Top.
„A…also ich würde lieber noch hier bleiben… außerdem, wenn ich noch länger hier draußen rum stehe, werde ich zum Eiszapfen.“ sage ich zähneklappernd und schiebe seine Hände weg. „Komm wieder mit rein.“
„Okay, aber nicht mehr so lange.“
„Abgemacht“
°Lauri°
Aki bestellt sich und mir noch ein Bier und linst wieder zu der Blonden gegenüber.
„Na los, geh doch endlich rüber“ stöhne ich genervt.
„Nein, noch nicht der richtige Zeitpunkt.“
„Aha und wann ist der?“ …wie oft habe ich ihn das schon gefragt?...
„Siehste dann.“ …wie oft habe ich diese Antwort schon gehört?... Und trotzdem kenn ich seine Logik nicht…
Ich nehme mein Getränk entgegen und trinke gierig.
„Du Lauri?“
„Mh…?“
„Hat sie … sich schon…?“
„Nein, ihr Handy ist aus“
„na ja, bestimmt ihr Akku alle“
„Sicher…“ zumindest ist das immer ihre Ausrede.
Eine Stunde und fünf Bier später hat sich Aki schließlich doch zu der Blondine gesellt.
Naja, bei mir wars ja auch wirklich langweilig, ich find mich ja selber langweilig…
Immer wieder fallen mir die Augen zu. 3Uhr, es wird Zeit Lauri… trink aus, bestell dir nen Taxi und ab ins Heiabettchen…
„Hey!“
…Oh gott… nicht schlafen!
„Ja?“ reiße ich die Augen auf und sehe ähm… Linda(?) vor mir stehen.
„Willst du heim?“
Sachte nicke ich.
„Komm, draußen stehts Taxi.“
Sie zerrt mich vom Stuhl und ich kann Aki grad noch so nen Zeichen geben, dass ich gehe.
„Wieso so schnell?“
„Hab keinen Bock, dass die nicht auf uns warten und ich dann heim laufen muss.“
„Wer DIE?“
„Sei ruhig! Komm!“
Ich schnappe mir meine Jacke und wir rennen die Treppen runter zur Hauptstraße.
Ach da stehn se doch noch.
„Nora war nämlich so schlau und hat ihre Tasche vergessen“ Linda hält mir grinsend das schwarze Leder-Etwas entgegen.
„Voll?“
„Und wie!
Sie öffnet die Tür und zeigt auf die Rückbank. Da soll ich mich hinquetschen? Na gut, besser als laufen.
„Licht aus!“
„Nora, stress nicht!“
Nein… bitte jetzt nicht noch Gezicke!
Ich mache es mir bequem und bin ganz schön sauer, dass sich Linda den Beifahrersitz schnappt, sie ist immerhin dünner als ich… und noch dazu… bäh, müssen die hier denn so rumsabbern?
Ich wende meinen Blick von dem >Liebespaar< ab und schaue aus dem Fenster, während das Taxi den Motor startet.
Chapter 7
…hands on me….
°Nora°   
Ich spüre heißen Atem auf meiner Schulter, Hände auf meinem Bauch… meinem nackten Bauch. Gänsehaut prägt meinen Körper, als etwas kalte Luft sich unter der Decke verirrt. Ich habe vergessen das Fenster zu und das Rollo runter zu machen.
Müde schaue ich nach draußen auf den Balkon. Es hat geregnet.
Langsam drehe ich mich um, zu dem Mann, in den ich schon so lange verknallt bin und es eigentlich langsam angehen wollte.
Es tauchen nur Bruchstückchen von gestern auf, doch ich weiß es… ich meine, ich spüre doch, dass ich nackt bin und er auch.
Vorsichtig nehme ich seine Hände von mir und schlüpfe aus dem Bett.
Schnell flitze ich in die Küche, setze Kaffee hin und springe unter die Dusche. Ich fühle mich schrecklich. Hoffentlich hab ich noch irgendwelche Schmerztabletten, damit das Stechen in meinem Kopf aufhört.
Ich werfe meinen Morgenmantel über und trete vor die Tür, um die Zeitung zu holen.
Oh, Herr Ylönen ist anscheinend auch noch nicht wach. Das weiß ich noch… wie er in den Wagen gestiegen ist, mich total komisch angeguckt und keinen Ton gesagt hat.
Grummelnd wühle ich in meinem Medizinschrank. Irgendwo müssen die doch sein…
„Morgen, Süße“ frech grinsend steht Alex nur mit Boxershorts bekleidet in der Tür.
„Oh, hi“
Er kommt auf mich zu. „Brauchst doch nicht gleich rot werden“ sagt er und gibt mir einen Kuss, der es in sich hat.
„Kaffee?“
°Lauri°
„Lauri?“…. „LAURI? Warum schläfst du noch?“
„Weil ich müde bin?!“ …Geh weg! Geh weg! ...
„Du schläfst doch sonst nie so lange…“
„Na und?“
„Warst du gestern Abend etwa noch weg?“ …lass mich doch einfach mal schlafen!...
„Können wir nachher reden? Ich bin müde“ versuche ich es ruhig.
„Wo warst du gestern?“
„Mit Aki was trinken.“
„AHA???!!!“
„Mann, jetzt braus dich mal nicht so auf“ ich setze mich hin und mustere sie.
„Du bist doch auch gerade erst nach Hause gekommen… Wo warst DU die Nacht denn bitte?“
„Bei Mandy“
„Wie kann ich mir da sicher sein?“
„Ruf sie doch an“
„Siehste du kannst auch Aki anrufen“
„Ja sicher, dein bester Kumpel sagt mir natürlich auch die Wahrheit“ sie rollt mit den Augen. … Klar, Mandy würde das natürlich nicht tun… haha…
„Ach komm“ ich winke ab. „hab jetzt echt keinen Bock auf dich.“
Naja, schlafen kann ich jetzt auch nicht mehr, also stehe ich auf und schleiche an ihr vorbei. „Kannst den Mund wieder zu machen“ murmele ich und verschwinde ins Bad. Wow, ich musste nicht schreien, um sie zur Ruhe zu bringen und Geld brauchte sie auch keins…
°Nora°
Am Frühstückstisch ist schweigen angesagt. Kurze unentschlossene Blicke meinerseits, treffen die sicheren, irgendwas planenden Augen von Alex und zichen sofort wieder zum Kaffee, an dem ich ab und zu nippe.
„Nora?“
*schluck* hat er grad was gesagt oder…?
„Ich fands schön letzte Nacht.“
Oh Gott oh Gott, ich komm mir vor wie in einem schlechten Film. Träume ich das alles nur..?
„Ich auch“ sage ich leise und mir ist wieder heiß und kalt zugleich.
Er lächelt nur und streichelt mir über die Wange. Eigentlich müsste es jetzt zichen, bei seiner Kälte und meinem glühenden Gesicht.
Er steht auf und geht ins Schlafzimmer. Ich atme tief durch, als ich die Tür knallen höre. Warum ist das alles so komisch zwischen uns. Wir kennen uns doch schon lange…
Den letzten Schluck meines Kaffee kipp ich in den Abguss und stelle beide Tassen in die Spülmaschine. Wenn er doch nur wüsste, wie lange ich schon ein Auge auf ihn geworfen habe, dann würde meine Schüchternheit einiges erklären, ich will halt nicht am ersten Tag alles kaputt machen, ich will wissen, was er denkt… was er fühlt!
Ich höre erneut die Tür und Alex steht wieder in der Küche.
„Du, ich geh jetzt mal, hab gleich noch nen Spiel. Wir können ja morgen was machen, wenn du Lust hast“
Ich nicke. …kann ich nicht mit zum Fußball kommen?... Nein, noch zu früh.
„Bye“ kurzerhand packt er seine Jacke und meine Haustür fällt ins Schloss.
Jetzt fühle ich mich irgendwie besser.
Chapter 8
…shut the door…
°Lauri°
Als ich frisch geduscht aus dem Bad spaziere sitzt Katha am gedeckten Frühstückstisch und schaut mich entschuldigend an. Ich gehe noch mal zurück ins Schlafzimmer und hole meine Zigaretten, mal sehen, was sie jetzt sagt.
Ich erkenne dieses kure `Schock, der will doch jetzt nicht in meiner Küche rauchen` Blick, doch das legt sich wieder, als ich ohne zu zucken gegenüber von ihr Platz nehme.
„W…willst du Kaffee?“ …Schleimerin…
Ich schüttele den Kopf, obwohl ich jetzt eigentlich nen Liter von dem schwarzen Zeug trinken könnte.
„Brötchen?“
„Nein… nur eine rauchen…“ Ich ziehe mein Feuerzeug, zünde mir das ungesunde Ding an und puste ihr den Qualm genau ins Gesicht.
„Hey!“
„Oh, sorry“ sage ich gespielt.
„Lauri, was ist mit dir?“
„Was soll sein?“
“So kenn ich dich gar nicht“
“Wie?“
„Hör auf, du weißt, was ich meine“
“Nö“ Ich schnappe mir den Aschenbecher von der Fensterbank und stelle ihn auf den Tisch.
Sie stöhnt genervt auf.
„..denn nicht ich, sondern DU hast dich verändert, Katha!“ … das ihr das selber nicht mal auffällt…?!
“Ja, is klar, hätt ich jetzt auch gesagt“
„Hallo? Wer ist den so scharf auf MEIN Geld und bleibt die ganze Nacht weg, ohne sich gemeldet zu haben? Weißt du wie oft ich versucht habe anzurufen?“
“Mein Akku war alle.“ …das Thema hatten wir schon… „Außerdem kannst du deiner Freundin doch mal nen bissel Schotter zum shoppen geben, du willst doch auch, dass ich gut aussehe.“
„Nen bisschen Schotter???? 500 Euro, mein Schatz!!“
„Ja, sei froh, dass ich nicht mehr verlangt habe… zum Beispiel, das für die Abtreibung.“
“Früher hättest du nie abgetrieben…“ Ich senke den Kopf.
„Meinungen ändern sich, Lauri“
„Nee… Menschen ändern sich“ Langsam blicke ich auf. „Und genau deshalb wirst du auch gehen… JETZT!“
Sie ist erschrocken über mein Gesicht, meine Augen, die sich zu Schlitzen geformt haben und über die Worte, die wütend aus meinem Mund drangen.
„D…Das meinst du nicht…“
„Oh Doch!!!“ Ich drücke meine Kippe aus und stehe auf. „Ich bin mit den Jungs verabredet, wenn ich wiederkomme, will ich, dass all deine Sachen hier weg sind.“
Sie öffnet ihren Mund, doch bekommt keinen Ton heraus.
Ich gehe an ihr vorbei, raus auf den Flur und schließe leise die Tür.
Ich weiß, dass sie sich nicht vor mir auf die Kniee schmeißen würde, sie würde mich nicht anflehen, weiter hier zu wohnen, weiter mit mir zusammen zu sein.
Das würde ihren Stolz zerstören, mir zu unterliegen.
°Nora°
Ich bin immer noch total durch den Wind.
Warum musste ich gestern so viel trinken?? Na gut, andererseits hätte ich sonst nicht den Mut gehabt…
Es klingelt.
„Hi Linda“
„Na Schnapsnase“ Sie drückt sich an mir vorbei in die Wohnung und lässt sich auf die Couch fallen.
„Was gibt’s?“ …eigentlich weiß ich ja schon was sie will…
„Alex gar nicht da?“
„Nein, vor der Stunde gegangen“
„Also hat er hier geschlafen“
„Jap“ Ich geh in die Küche und schenke mir ein Glas O-Saft ein.
„Aha aha“
„Und du? Wie lief`s mit… wie hieß er noch gleich?“ rufe ich ins Wohnzimmer.
„Rob? Ach, der hat gekotzt und alles, den hab ich noch in der Disse nach Hause geschickt“ kommt es zurück.
Stimmt ja, der saß ja gar nicht im Wagen…
„Aha“ Ich setze mich neben sie und drücke ihr auch ein Glas in die Hand.
„Danke“
„Mh…“
„Warum…also, ich meine, du müsstest doch total happy sein… durch die Wohnung springen, singen …. Warum bist du dann so… ruhig?“ fragt Linda unsicher und starrt auf ihr Getränk. Sie hat Angst, dass er was gemacht hat…
„Ich haben Kater von gestern, wie du dir ja vorstellen kannst.
E…es war schön… glaub ich…, ich war halt besoffen und weiß nicht mehr alles… Heute Morgen habe ich mich bei ihm so klein gefühlt, ich hatte Angst was Falsches zu sagen und war froh, als er dann weg war.“
„Du bist echt total verwirrt“ Linda grinst und stößt mich leicht an.
„Ja, ich weiß, ich hoffe morgen wird’s besser, da wollen wir was zusammen machen“
„Und was?“
„Keine Ahnung…“
„Will er dich anrufen?“
„Wir haben nicht besprochen, wer …“
„Lass ihn anrufen, renn du ihm nicht hinterher“
„Linda! Warum denkst du so schlecht von ihm?“
„Mach ich gar nicht“
„Doch“
„Es wird halt schlecht über ihn geredet….“ sagt sie leise.
„Ich weiß, was über ihn gesagt wird, das darfst du aber nicht glauben! Ich kenn ihn und er ist nicht so!“ …bestimmt nicht…
„Du musst es ja wissen“
“Richtig, es ist meine Sache“ sage ich etwas patzig.
„Alles klar.“ Sie stellt das Glas ab und steht auf. „Dann viel Spaß Morgen“
„Werden wir haben“
°Lauri°
Ich ziehe meine Mütze tiefer ins Gesicht, als ich bemerke, wie mir eine Gruppe junger Mädchen entgegen kommt. Sie beachten mich zum Glück nicht und ziehen kichernd an mir vorbei. Ich bin auf dem Weg zum Proberaum, auch wenn ich weiß, dass der Rest der Band nicht da sein wird. Dort habe ich meiner Ruhe und fühle mich wohl.
Ein paar enge Gassen später erreiche ich das unauffällige Gebäude und trete ein.
Die Heizung stelle ich auf fünf. Ich setze meinen heiß begehrten Kaffee auf, ohne den ich morgens eigentlich nichts machen kann… Doch heute habe ich dazu auch noch ohne ihn eine Entscheidung getroffen. Eine Entscheidung, die mein ganzen Leben verändern wird, verändert hat. Ich kann es… nein ich WILL es nicht mehr rückgängig machen.
Ich hoffe, dass ich es nicht bereuen werde…
Mit einer Tasse meines heißen Gebräues setze ich mich auf das rote Samtsofa, was schon in unserem ersten Proberaum, Akis Keller, gestanden hat.
Manchmal würde ich gerne in die Vergangenheit reisen. So unbeschwert wie das Leben doch damals war… Es gab keinen Alltag, wir haben neue Sachen gemacht, neues gelernt oder ausprobiert um unseren Traum von einer erfolgreichen Band zu verwirklichen. Jeder Tag war was besonderes…
Nun haben wir gerade unsere was weiß ich wievielte Tour hinter uns und es ist normal geworden auf der Bühne zu stehen, von jedem, der dich erkennt, angesprochen zu werden, Texte zu schreiben, zu singen… Ich bin nicht mehr aufgeregt vor einem Konzert. Dies ist nun ein Alltag… mein Alltag. Jetzt gibt es keine Katha mehr, die mich da raus holt und mich auf andere Gedanken bring… wobei sie das lange nicht mehr gemacht hat….
Eero meinte auf Tour, ich solle doch mit dem Yoga anfangen oder Bücher lesen. Müsst ich vielleicht mal probieren, er machts ja auch.
… Gut, Eero hat auch Frau und Kind, das ist ja was anderes…
Ich schließe die Augen und würde gerne ein Bild meiner Familie sehen, doch da bin nur ich… nur ich und Hanna, meine Schwester, die ich nur selten sehe und sehr vermisse.
Meine Eltern zähle ich zu der flüchtigen Verwandtschaft, die von mir aus auch ganz aus meinem Leben verschwinden könnte.
Sonst stand Katha noch neben mir… mit einem dicken Bauch…
Kurz muss ich schmunzeln… Das hätte ja mal voll komisch ausgesehen, zu ihrem zierlichen Körper…
„Hey Alter!“
Erschrocken verschütte ich Kaffee auf meiner Hose.
„AUA FUCK! Danke Pauli!“ Mann, war das heiß! Ich versuche das Zeug mit Zewa aus dem Stoff zu saugen, scheitere jedoch daran.
„Hihi, siehst aus, als hättste dir in die Hose gemacht“
„Seh ich auch“ schnauze ich ihn an.
„Naja, bin sofort wieder weg, wollt nur ne Cd holen… äh…was machst du hier eigentlich?“
„Warten, bis Katha aus meiner Wohnung verschwunden ist.“
„Katha? Du hast sie rausgeschmissen??“
„mh…“ nicke ich.
„Ohne scheiß?“
„Ja! Und ich will jetzt auch ehrlich gesagt nicht drüber reden“
„O…Okay, ich meine… wissen das die anderen schon?“
„Aki, denk ich, sonst noch niemand…“
Pauli setzt dich neben mich und starrt an die Wand.
„Was hat sie gemacht?“
..ich wollte doch nicht drüber reden!!...
„Sich verändert“ sage ich knapp.
„Und was ist mit dem…?“
„Sie will es abtreiben“
Mit großen Augen starrt er mich an.
„Pauli…bitte… ich muss das selber erst mal… guck mich doch nicht so an…“
„Sorry, b…bin schon weg. Tut mir echt Leid, Lauri“
„Ja… mir auch.“ flüstere ich, nachdem die Tür ins Schloss gefallen ist.
Chapter 9
…find out…
°Nora°
„Ja, äh… kein Problem…“
„Sobald ich Zeit habe, melde ich mich“
„Alles klar. Dann viel Spaß morgen bei deiner Oma“
„Danke, Süße, ciao“
„Tschüss.“
Ich schmeiße mein Handy aufs Bett. Na klar. `Seine Oma besuchen` Wie kam er denn auf die Ausrede… irgendwie nehme ich ihm das nicht ganz so ab.
Ich streife mein Nachthemd über, öffne nochmals die Tür zum Balkon und spüre kurz darauf die kalten Steine unter meinen nackten Füßen. Eine schöne Nacht heute.
°Lauri°
Sie ist tatsächlich weg. Ich hätte nicht gedacht, dass das so einfach geht. Na gut, die Wohnung fand sie ja nie toll.
Ich öffne den Kleiderschrank. Leer… zumindest ihre Seite.
Nirgends stehen irgendwelche Schuhe rum.
Kein Schminkzeug im Bad.
Ich fühle mich frei… doch zu gleich einsam. Ist das nicht das Gleiche?
Frei sein ist die gewollte Einsamkeit. Ich weiß nicht was ich will.
Im Bad riecht es nach ihrem Parfüm. Ich öffne das Fenster und verlasse darauf fast fluchtartig dem Raum, der tausend Erinnerungen in mir weckt. Positive wie negative.
Ihr Geruch ruht in jedem Raum, eigentlich war ich es gewohnt, doch jetzt will ich ihn einfach nur weghaben…. So komisch das klingt.
Ich gehe auf den Balkon, um der Verwirrung zu entkommen. Vielleicht schlafe ich hier draußen…
Zitternd zünde ich mir meinen Nikotinstängel an und betrachte den Sternenhimmel.
°Nora°
Ich höre ein Seufzen. Ohne hinzusehen, weiß ich, dass es Lauri ist.
„Schön nicht?“ versuche ich mich bemerkbar zu machen.
Es dauert eine Weile bis er antwortet. „Ja.“
„Es war ganz schön ruhig heute… bei euch.“ Ich grinse in mich hinein.
„Es gibt kein `euch` mehr.“
Ups… Fettnäpfchen …
„Oh, tut mir leid.“
„Muss es nicht“
„Also…wenn…wenn du reden willst“ Gott, was sag ich da?
„Danke. Aber mir würde es schon reichen, diesen Geruch aus der Wohnung zu bekommen“
Ich muss leise kichern und sehe wie er seine Kippe wegschnipst.
„Da hilft lüften“
„Ja, aber wie viele Stunden denn noch?“ lacht er. Ich sehe seine Zähne und erkenne einige Umrisse seines Körpers.
„Bist du nackt?“ fragt er plötzlich.
„Was? Nein… ich… also, nicht ganz“ scherze ich.
„Nicht ganz?“
„Mann, ich trage nen Nachthemd!“
„Ach sooo… ich dachte schon“
„Was dachtest du?“
“Nix, nix…“
„Jaja, Männer“ ziche ich.
„Was Männer?“
„Ja Männer halt“
„Kannst du mal bitte aufhören…?“
„Okay. Mir ist sowieso kalt.“ Ich drehe mich um.
„Nein, nicht reingehen!“
„Wieso?“
„Weil ich Ablenkung brauch“
„Toll, was soll ICH da machen?“
„Mach von mir aus weiter, mit deinen `Männern`… sag einfach irgendwas.“
„Mir ist aber kalt“
„Dann komm ich halt rüber, so bin ich auch diesen Geruch los“
„Okay, ich zieh mich nur kurz um“
„Echt?“
„Ja, wieso nicht?“
„Danke“
„Kein Problem“ …Ich kann auch ein wenig Ablenkung gebrauchen…

 

Chapter 10
…can be myself…
°Lauri°
Ich räuspere mich kurz und klopfe leicht an die Tür.
„Wenn du aber was gegen die Unordnung sagst, fliegst du gleich wieder raus!“
Mann, was für ne Begrüßung. Grinsend trete ich an ihr vorbei. „Sei froh, dass du noch nie bei mir drüben warst… äh, hallo? Hier glänzt doch alles, was hast du denn?“
„Es könnte besser sein“
„Kann ich dich als Putze einstellen?“
„Das hättest du wohl gerne! …setz dich.“
Ich räume einige sauber platzierte Kissen zur Seite und schaue mich um. Was hat die den fürn Putzfimmel?
„Bier?“
„Nee, kein Alkohol, bitte!“ Frustsaufen mache ich lieber alleine…
„Was dann?“
„Cola, wenn du hast.“
“Jap.“
*Pieeep*
Was ist das? Geschockt betrachte ich den Käfig in der Ecke und bin erleichtert, dass es nur ein kleines grünes Federvieh ist. Ich hasse Papageien. Die nerven.
„Hier!“ Ich bekomme ein randgefülltes Glas vor die Nase gestellt.
„Danke“ Kurz nippe ich daran und beobachte, wie Nora es sich in dem Sessel gemütlich macht.
„Wo ist denn dein Freund?“
„Mein Freund?“ sie bleibt starr sitzen.
…jetzt hab ich wieder was gesagt… „Achso… sorry, das sah gestern so aus“
„Ach Alex… ja ähm… doch, er ist mein Freund…“
„Du vergisst ihn aber schnell“
„Nein, ich hab gerade nur überlegt, woher du das weißt, aber dann ist mir wieder eingefallen, dass du gestern Abend ja auch mitgefahren bist.“
„Ach das weißt du noch? Ich dachte, du wärst so beschäftigt gewesen, dass…“
“Hör bitte auf, ja?“ Sie hält sich die Augen zu und schüttelt den Kopf.
„Hehe…“
„Mann, ich war so voll“
„Oh ja“ Ich muss lachen.
„Manchmal hast du so komisch geguckt, da dachte ich, du kotzt mich gleich voll… und dann dieser lauter Atem… der kam aber, glaub ich, nicht vom Alkohol.“
„HEY!“
Ich bekomme ein Kissen vor den Kopf und lache wieder auf.
„Denk dran, du musst nachher wieder aufräumen, nicht ich“
Sie antwortet mir nicht, sondern starrt aus dem Fenster… in die Nacht.
„Was ist da draußen?“ flüstere ich geheimnisvoll.
„Nichts, es regnet nur wieder, das regt mich auf.“
„Ach so siehst du aus, wenn du dich aufregst?“
„Ich bin die Ruhe in Person“ sie lächelt.
„Klar, hab ich ja gestern gehört, als du kreischend die Treppe runter gerannt bist.“
„Da hab ich mich ja auch nicht aufgeregt, sondern gefreut“
„Ach, wenn das so ist…“
°Nora°
Muss der die ganze Zeit so grinsen? Ich dachte, er wäre traurig, wegen seiner Freunden…sorry, EX-Freundin! So gut bin ich doch gar nicht im Ablenken…oder?
„Hast du auch so was wie Musik?“ durchbricht er die Stille.
„Oh stimmt, na klar.“ Ich stürme zur Anlage und überlege… CD oder Radio, CD oder Radio?
„Was hörst du so?“
Jetzt muss ich ja noch mehr nachdenken! „Radio?!“ nehme ich als leichte Antwort und suche einen Sender ohne Störungen.
„Wow, doch so eintönig?“
Was er doch für einen Humor hat.
„Jap, genau“ Ich setze mich wieder hin. „Und du?“
„Ach eigentlich alles…“
„Wow, doch so eintönig?“ äffe ich ihn nach.
„Haha, ich war ja auch noch nicht fertig.“
„Mehr als Alles? Geht das?“
„Hallo? Unterbrich mich doch nicht dauernd!“
„Okay, bin ruhig“ Ich schlage beide Hände vor mein vorlautes Müdlein und warte auf seine Antwort.

„Alles, außer einiges…“
Hat Lauri jetzt komplett nen Schaden?
Plötzlich fängt er an zu Lachen. „…wie du guckst…!“
Ja… kugel’ dich ruhig auf meinem Sofa. Sah das echt so komisch aus…?
„Krieg dich mal wieder ein“ knurre ich.
°Lauri° (Später)
„Das ist nicht dein Ernst?!“ Ich halte mir den Bauch vor Lachen.
Nora sitzt auf dem Boden und wischt sich die Lachtränen weg. „D…doch…“
Ich glaube das nicht. …schwule Hasen…
Ein neuer Lachkrampf überfällt mich.
„Hattest du etwa nie Haustiere?“
„Nö…“ Ich versuche mich zusammen zu reißen. Immerhin ist der eine Hase beim Poppen gestorben, so was ist doch traurig…
„Meine Schwester hatte mal eine Katze, die hat mich aber immer gebissen“ erkläre ich.
„Ohhh… und warum hat sie das wohl gemacht?“
„Weil ich sie versucht habe in die Waschmaschine zu stecken“
Nora prustet plötzlich los und kippt dabei fast ihr Glas um. „Kommste net mal gegen ne Katze an… wie geil…“
…so wollte ich das eigentlich nicht rüberbringen… Ich werfe eins ihrer Mörderkissen zurück und grinse breit, als sie mich erschrocken anblickt.
„Du machst alles unordentlich!“ sagt sie böse.
Ich hebe eine Augenbraue und mache auf die sechs Kissen in meiner Umgebung aufmerksam, von denen mich nur zwei getroffen haben.
„Die solln da liegen“ meint Nora schulterzuckend.
„Sicher! Passt perfekt ins Gesamtbild“
„Jap“ Sie lässt sich zurückfallen und verschränkt die Arme hinterm Kopf.
°Nora°
Ich schließe meine Augen und sehe immer noch den hellen Punkt, von der Lampe, die an der Decke hängt.
„Soll ich gehen?“
Langsam nickend richte ich mich wieder auf und blicke in ein trauriges Lauri-Gesicht.
„Was ist los?“
Er zuckt mit den Schultern. „Sie ist weg…“
Oh nein oh nein, kein Trauerspielchen jetzt, bitte!
„Bei dem Halbtagsjob, den sie hatte, war sie immer da, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam… und jetzt?“
„Jetzt bist du alleine… wie ich“ Es war nur ein Flüstern doch er hat es verstanden.
„Haha, du hast doch einen Freund. Ihr wohnt zwar nicht zusammen, aber du kannst trotzdem immer zu ihm..“ …ja, ein Freund, der wahrscheinlich noch nicht mal weiß, dass er mein Freund ist…
„Dann kommst du eben zu mir und ich erzähl die von schwulen Karnickeln“
Er grinst wieder. „Alles klar“
„Okay, abgemacht… bin jetzt trotzdem müde“ gähnend stehe ich auf und begleite Lauri zur Tür.
„Außerdem so alleine bist du nachts gar nicht, unsere Betten, wie ich das mitbekommen habe, stehen genau an derselben Wand. Wir können uns Klopfzeichen oder so geben.“
“Au ja, das mach ich“
„Nein, nicht heute Abend!“ sage ich schnell. „Ich will schlafen!“
„Okay, aber morgen kannst du dich auf was gefasst machen“
„Oh, ich zittere“ …hätte ich ihn bloß nicht auf die Idee gebracht…
„Du bekommst kein Auge zu!“
Ich schlafe morgen auf dem Sofa! Habe ich gerade beschlossen…!
„Tschüss Lauri“ sage ich trocken und schiebe ihn auf den Flur.
„Nacht, schlaf gut“
°Lauri°
Als ich den Schlüssel ins Schloss stecke, ahne ich schon die Kälte die mich drinne erwartet. Naja kein Wunder. Ich schließe alle Fenster und gehe ins Bad.
Kein Parfum mehr… Strike!
Nachdem ich Zähne geputzt habe, ziehe ich mich um und krieche in das große Bett. Ich verspüre immer noch keinerlei Anzeichen von Wärme.
Ich schaue auf mein Handy, was auf dem Nachttisch liegt. Sieben Anrufe in Abwesenheit und eine Nachricht. Mir ist klar von wem…
>Rache ist süß, Laurischatz! Du wirst sehen, was du davon hast. Ich werde nicht um dich betteln doch am Ende bist DU es, der wieder an gekrochen kommt, glaub mir!!!<
Ach Katha…Was willst du denn machen? Zu Zeitschriften gehen und irgendwelche Geschichten erzählen? Das ist mir alles so scheiß egal… und ich werde dich sicherlich nicht an gekrochen kommen!
Ich schalte mein Mobilteil aus und lege es in die Schublade.
Anderes Handy, andere Nummer… mach ich gleich Morgen, ich sehe nämlich jetzt schon, wie mir irgendwelche Freundinnen von ihr schreiben oder mich anrufen und mich anschreien. Mich würde es auch nicht wundern, wenn Mandy plötzlich vor der Tür stände…
Ans Umziehen denke ich aber eigentlich nicht. Meine Nachbarin ist nämlich echt nett. Würde sie mich auch noch so behandeln, wenn sie wüsste, dass ich der Sänger einer erfolgreichen Rockband bin? Sie hat mich noch nicht direkt gefragt was ich mache, deshalb brauch sie auch zunächst nichts davon zu wissen… bis die ersten Fans meine neue Wohnung ausfindig gemacht haben… es ist sowieso schon komisch, dass die so lange brauchen. Sonst standen die Mädels nach zwei Wochen schon vor meiner Tür und haben nach Autogrammen gefragt.
Naja, morgen proben wir endlich wieder. Die Jungs habe ich in dem Monat Urlaub nicht oft gesehen, weil ich so viel Zeit wie möglich mit K… DAMN, warum lande ich denn immer wieder bei IHR??
Chapter 11
…real love?...
°Nora°
*Drrrrring*
Mann ey, immer im falschen Moment!
Ich springe aus der Dusche und wickel mir ein Handtuch um. Wer konnte das nun wieder sein?
Erschrocken mustere ich die Person, die vor meiner Tür steht.
„A…Alex… i…ich dachte…“ Ich drücke das Handtuch fester an mich. Warum ist mir das hier bitte denn so peinlich? Versaut grinst er mich an und schlingt seine Arme um meine Hüfte. Mir stockt er Atme und ich starre ihn immer noch an. Sein Gesicht nähert sich meinem.
„Oh Hey! Du musst Alex sein!“
Sofort lässt er mich los und dreht sich zu Lauri rum, der gerade aus seiner Wohnung tritt. „Sorry, wollte nicht stören..“
Mein Kopf ist knallrot, am liebsten würde ich ihm jetzt einfach die Tür vor der Nase zu werfen, damit mich Lauri nicht auch noch so sieht. Doch zu spät. Er schüttelt Alex die Hand und zwinkert mir zu.
„Kennen wir uns?“ Alex war sichtlich verwirrt.
„Jetzt schon“ grinste Lauri. „Nora hat mir von dir erzählt“
Oh nein… jetzt denkt er bestimmt, ich hätte vor Lauri von ihm geschwärmt…
Wie rot können Wangen werden?  …und warum sagte Alex nichts?
„Na gut dann…“ meinte Lauri unsicher. „…mach ich mich mal los… Ciao, Nora“
„Tschüss“
Als er im Fahrstuhl verschwunden ist, kommt Alex wieder auf mich zu. Diesmal schließt er jedoch sofort die Tür hinter sich, um nicht noch einmal unterbrochen zu werden.
Ich weiche zurück. „Hattest du heute nicht irgendein Familienfest?“
Alex verdrehte die Augen, lächelte wieder und nahm mich in den Arm. „Das hab ich sausen gelassen“ haucht er fängt an mich wild zu küssen. Zu wild, finde ich, doch es ist Alex, der Mann, den ich liebe… auch wenn ich noch etwas verschlossen ihm gegenüber bin.
Seine Hand wandert nach unten und grabbelt unter das Handtuch, was mich zusammenzucken lässt und mir eine Gänsehaut verpasst. Sie sind eiskalt.
Ich habe mich noch nicht mal dran gewöhnt, da reißt er mir das Stückchen Stoff schon vom Leib und ich stehe nackt vor ihm.
Hallo? Wo herrscht hier bitte Demokratie? Ich ziehe ihm seinen Pulli über den Kopf, doch er lässt mich nicht weiter machen, nimmt meine Hände und beschäftigt sich mir meinem Hals… geht runter zu meinen Brüsten, wo ich, wegen seiner flinken Zunge, kurz aufstöhnen muss. Plötzlich hebt er mich hoch und trägt mich in die Küche. Er setzt mich auf die Arbeitsplatte und öffnet schnell seine Hose…
°Lauri°
Ich bin auf dem Weg zum Proberaum und freue mich riesig darauf, die Jungs wieder zusehen und wieder zu spielen… denn dann widmen sich meine Gedanken der Musik und nicht IHR!!!
Aber dieser Alex ist echt big. Also dem will ich nicht im Dunklen begegnen. Zum Glück habe ich mich gleich mit ihm gut gestellt, doch er scheint nicht so der Redner zu sein.
Nora war es sichtlich peinlich, dass ich sie so gesehen habe. Versteh ich gar nicht, also von mir aus können alle schönen Frauen so rumlaufen…
Ich muss über mich selbst grinsen und drücke die angelehnte Tür zum Proberaum auf. Ich bin mal wieder der letzte.
°Nora°
Alex ist weg. Er ist einfach so wieder gegangen…so schnell wie er gekommen ist (und das im wahrsten Sinne&hellip. Ich fühle mich irgendwie… ausgenutzt?
Eigentlich war es ja süß von ihm, nicht seine Familie, sondern mich zu besuchen aber hätte er nicht noch länger bleiben können. Bin ich nur gut genug für nen  kleinen Fick?
„Sorry Süße, aber ich muss leider wieder los, hab Training“ Bin ich seine Aufwärmnummer?
Ich steige in die Dusche, wie ich es erst eine halbe Stunde zuvor gemacht habe. Bestimmt bilde ich mir das ganze nur ein…gerne würde ich mit irgendwem reden ….doch Linda?.... sie würde mir dann gleich einen Vortrag halten, von wegen `ich hab es dir doch gleich gesagt, das macht er doch mit jeder, bis es ihm zu langweilig wird und er sich eine neue sucht`.
Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass, wenn er mich vielleicht richtig kennen lernt…? Vielleicht dann…?
Gott… ich brauch Klarheit, nächstes Mal frage ich ihn, sonst mach ich mich noch ganz kirre.
°Lauri°
Alle verstummen.
„Hey Lintu, wie geht’s?“ …muss Eero denn so besorgt gucken…?
„Ganz gut“ lächle ich gespielt, gehe an ihm vorbei und schenke mir Kaffee ein.
„Wirklich?“
„Ja, Aki, wenn ich es euch doch sage!“ Ich schaue mich um. Pauli hat seine Gitarre in der Hand doch bewegt keinen Finger. Eero steht immer noch zwei Meter von mir entfernt und hat nichts bessere zu tun, als mich anzustarren. Und Aki? Aki grübelt über irgendwas nach, während er auf dem Sofa sitzt und an seinen Fingern rumspielt.
Ich trinke einen Schluck und reiße alle aus ihren Gedanken: „Lasst uns loslegen, ich hab ein paar Ideen für neue Songs“ sage ich stolz.
„Ich kann mich schon vorstellen, wovon sie handeln“ murmelt Aki und ich stelle meine Tasse unsanft ab.
„Da kann ich ja gleich wieder nach Hause gehen, wenn ich nicht mal von euch Ablenkung erwarten kann.“
Eero übernimmt wieder. „Lauri, für uns ist das auch nicht gerade leicht. Katha hat lange zu dir gehört und wir hatten uns an sie gewöhnt und sie lieb gewonnen, weil…“
Er macht eine Pause. „Ja?“ hake ich nach.
„Sie schien perfekt für dich“ murmelt Pauli und senkt den Kopf.
„War sie aber nicht! Ihr kanntet sie nicht wirklich, glaubt mir… zumindest in den letzten Wochen hättet ihr sie nicht wieder erkannt.“ den letzten Teil kann ich nur noch flüstern. Jetzt haben sie es geschafft, na toll. Ich drehe mich um und versuche schnell die elend salzige Flüssigkeit aus meinen Augen zu bekommen, als sich eine Hand auf meine Schulter legt. „ Tut uns Leid, Lauri.“
Ich halte kurz inne. „Lasst uns bitte anfangen mit Spielen, ja?“

 

Chapter 12
…light in the dark room…
°Nora°
Ich fahre meinen Laptop runter und bin froh, dass ich diese scheiß Schreiberei endlich hinter mir habe. …muss ja auch alles aufn letzten Drücker machen, obwohl ich die Semesterferien genug Zeit gehabt hätte.
Ich schaue mich um…mh, und was mache ich jetzt?
Man hört, dass mein lieber Nachbar wieder zu Hause ist. Mich wunderts, dass seine Boxen noch nicht den Geist aufgegeben haben. Ach neee… stimmt ja, das sind bestimmt die allerbesten… er hat ja das Geld. Woher eigentlich? Was könnte Lauri wohl machen? Mit Drogen dealen? Nein dafür ist er zu klein. Naja, seine Freundin hat das bestimmt ein bisschen übertrieben, sonst wär er doch gar nicht in diesen Block hier gezogen…
Ruhe…
Sind seine Lautsprecher jetzt doch im Arsch? Ich höre einen Knall und gleich darauf klopft es an meiner Tür.
Seufzend begebe ich mich dort hin und stehe einem leicht geknickten Lauri gegenüber.
„Was ist passiert?“
„Ich hab echt alles versucht: Mit mir selbst Karten gespielt, mein Lieblingsfilm geguckt und die ganze Bude aufgeräumt, doch es bringt nichts! Ich hab die immer vor Augen, genau daaaa!“ Er zeigt auf mein Gesicht.
„Du siehst die ganze Zeit meine Nase?“ frage ich bedeppert.
„Neeeiin, wo deine Nase jetzt ist, sehe ich Katha“
„Ach du redest von ihr“ sage ich erleichtert. „Ich dachte schon…“
„Du Dummerchen“ Lauri tippt mir auf die Stirn.
„Besser Dummerchen, als Liebeskummer“ tippe ich zurück und grinse. …na ja, bin ICH denn so weit entfernt von Liebeskummer?
„Das ist kein Liebeskummer“
„Ach neeeeiiin?! Was denn dann?“
„Kann ich erstmal rein kommen?“
„Meinetwegen“
Er setzt sich auf die Armlehne vom Sofa und fängt unsicher an, nachdem ich die Tür geschlossen habe: „Es ist ja nicht so, dass ich sie zurück will…also…nicht sie jetzige Kath, die frühere…vielleicht. Da ist einfach nur so nen blödes Stückchen von mir weg, was sonst nicht wegzudenken war und immer zu mir gehört hat“
Ein Stückchen? „Ach Lauri… so nen Stückchen kommt neu“ versuche ich es.
„Bei mir wächst das nicht nach…“ meint er traurig.
„Ich meine nicht nachwachsen, das setzt dir jemand ein und das ist der Zeitpunkt an dem du nicht neu verlieben wirst.“ Mh… mein erstes Mal das ich ein `Stückchen` mit `Liebe` in Verbindung gebracht habe….
Lauri fängt plötzlich an zu grinsen. „Blödmann, ich wollte dir Mut machen und du findest das lustig“
„Ein Stückchen“ fängt er an zu kichern.
„Ich hab das nur von dir übernommen, damit du auch verstehst was ich meine, keine Ahnung, wie du da drauf gekommen bist…“
„Hihi, ich hab aber nie gesagt, dass dieses Stückchen Liebe ist.“ Nun ist er völlig am Ende und lässt sich seitwärts auf meine Kissen fallen.
“Hey! Die habe ich gerade erst…!“ Ich gebe auf. Er hört mir ja sowieso nicht zu.
Armeverschränkt tippe ich mit der Fußspitze auf den Boden.
°Lauri°
Ist sie jetzt sauer? Ich setzte mich wieder gerade hin und schaue sie unschuldig an.
„Die Kissen!“ knurrt sie.
„Was ist damit?“
“Die machst DU wieder ordentlich!“
„Wofür hast du denn ne Couch, wenn man sich nicht mal drauf setzen kann, ohne irgendwas…“
„AUFRÄUMEN!“
Zum Glück höre ich leichte Ironie heraus.
„Was bekomme ich denn dafür?“ Nein… diesmal denke ich nicht versaut! Echt!
„Keinen Tritt in deine Weichteile, sondern einen in dein Hinterteil“
„Oh oh, zu gütig“ Ich hebe die Hände.
„Tja, so bin ich!“ sagt sie mit erhobenem Kinn und stolziert in die Küche.
Der Vogel ist heute aber komisch ruhig. Ich stehe vor dem Käfig. Was ist das? …ach ne Schaukel… Vögel können schaukeln???
„Magst du Vögel?“ Nora kommt mit zwei Gläsern aus der Küche.
„Ja, nur keine Papageien“
„Wieso?“
„Die labern nur scheiß“
„Kommt drauf an was du ihnen beibringst“
„…und beißen“ mein zweites, wie ich finde, gutes Argument.
„Ach, du sprichst aus Erfahrung?“
„Ja“ knurre ich.
„Jhonny hakt nicht, den kannst du sogar streicheln“
Was? Soll ich…? Die verarscht mich doch nur. „Nene, lass mal…“ Ich setzte mich wieder.
„Was grinst du so?“ frage ich und kann selbst nicht ernst bleiben.
Nora schüttelt nur belustigt den Kopf. „Feigling…“
„Wie Feigling? Ich? Ich will nur keine Vogelgrippe“
„Vogelgrippe?“ Oh oh, guck bitte nicht so böse…. Bitte lächeln!!! „Mein Jhonny hat keine V.o.g.e.l.g.r.i.p.p.e.!“ wütend steht sie auf und läuft zum Käfig.
Ou Mann, Lauri, du bist so dumm! Ich haue mir vor die Stirn.
„Sieht er etwa krank aus oder was? Der ist kerngesund, ich pflege mein Tier, willst du etwa sagen, dass ich ihn nicht pflege??!!“
Hockt der jetzt auf ihrem Finger? Fliegt der nicht weg? „Nein, das war doch nur ein Scherz echt, ich wollte nicht… du solltest dich nicht angegriffen fühlen…“ stottere ich.
Sie schaut mich ernst an und fängt plötzlich an zu lachen. „Weiß ich doch“ Dann streichelt sie den grünen…Stopp!…s.t.r.e.i.c.h.e.l.t.???
Chapter 13
…play the game…
°Nora°
Ich glaub der fällt gleich in Ohmacht, so wie der guckt. Ich lasse von Jhonny ab und setzte ihn wieder in den Käfig.
„Alles okay?“ …das war eben echt nur nen Scherz… mir war doch klar, dass das von ihm nicht ernst gemeint war…
Lauri erwacht aus seiner Starre. „jaja, alles klar.“
„Gut“ …ich dachte schon…
„Wollen wir was spielen?“
“Bitte was?“ wie kommt er denn jetzt darauf?
„Ja, irgendwas spielen… was hast du denn so?“
Hab ich überhaupt Spiele? „Ich habe Karten glaub ich…“
„Nichts anderes? Was spannenderes?“
Spannende Spiele, so was besitz ich erst recht nicht. „Was verstehst du darunter?“ Ich stelle mich heute mal wieder blöd an…
„Ja, Schach oder Mühle oder Mensch-Ärger-Dich-Nicht…Fang den Hut ist auch cool“
Ich schaue ihn mit großen Augen an. „Hast DU so was denn?“
Kurz zögert er, nickt jedoch gleich heftig und ist auch schon aus meiner Wohnung verschwunden.
„Ähhh…Lauri? Was willst du mit so vielen Spielen?“
Er kann ja kaum noch über den Haufen hinweg blicken. „spielen?“ Mit einem kleinen Fußtritt schließt er die Tür, lässt sich zwei Meter weiter auf den Boden nieder und verteilt die Spiele.
„So, auf was hast du Lust?“
Gott… er sitzt da wie ein kleiner Junge, der mit seiner Mama spielen will.
„Mir egal“ sage ich nur und betrachte erst jetzt die einzelnen Kartons näher.
>Mesch-ärger-dich-nicht<, >Fang den Hut<, >Yamsi<, >Monopoly< oh doch, das kenne ich!...
„Dann fangen wir mal mit was Leichtem an.“ Er krallt sich das kleinste Spiel >Yamsi< und schiebt die anderen einfach zur Seite.
Nimm die Dinger nachher bloß wieder mit!
Stop! Nachher, was heißt denn nachher? Er will doch nicht alle mit mir durchspielen, oder?
„Also…“ Lauri legt Zettel, Stift, Würfel und Becher schön gerade hin. „…soll ich’s dir erklären oder willste selbst die Anleitung lesen?“
°Lauri°
Ich schaue zu Nora. Sie sietzt lustlos da, würfelt und setzt ihre Figur zwei Felder nach vorne.
„Du hast keine Lust mehr oder?“ frage ich leise.
Erschrocken sieht sie mich an und seufzt. „Wir haben jetzt schon zweimal Yamsi, zweimal Fang-den-Hut und einmal Monopoly gespielt und du hast immer gewonnen, was mir eigentlich scheiß egal ist, aber es wird langweilig und ich bin müde.“
„Warum sagst du das nicht gleich?“
„Weil du so gut abgelenkt bist?“ ein schwaches Lächeln huscht ihr übers Gesicht. Langsam versucht sie aufzustehen. „Boah…Lauri! Mussten wir uns denn auf den Boden setzen? Mein Arsch tut weh und mein Bein ist eingeschlafen…“
„Das macht man so!“
„Das machen kleine Kinder so“
„Komm, so alt sind deine Knochen nun auch wieder nicht“
„Haha“ sie humpelt ins Bad.
Ich räume alles zusammen und stehe auch… „autsch… das tut echt alles weh…“
Erschöpft werfe ich mich aufs Sofa, eher gesagt auf die Kissen… Spielen macht müde… vor allem drei Stunden am Stück…
„Heee!!“
Aua nicht so fest.
„Heee, Lauri!!! Aufwachen!“
...war das gerade IHRE Stimme? „Katha?“ grummel ich.
„Nein, deine liebe Nachbarin, die fein mit dir gespielt hat und dich jetzt ins Bettchen schickt...und zwar in dein eigenes!“
„Was?“ ich reibe mir die Augen.
„Da ist man mal zehn Minuten weg und Mann schläft ein.“
„Sorry“ ich erhebe mich und drödel dorthin, wo ich glaube, dass die Tür da ist.
Ich höre leises Gekicher hinter mir. „Gute Nacht, Lauri.“
„Nacht.“
Chapter 14
…sleep?...
„LAURI LASS DAS!!!“ wie kann der denn plötzlich wieder so munter sein??
*klopf* klopf*
„HÖR AUF! ICH WILL SCHLAFEN!!!!“
*Klopf*
“ICH KOMM DIR GLEICH DARÜBER!!!“
„MACH DOOOOCH!“
…Kinder….
Ich schlage die Bettdecke weg und gehe auf den Balkon. „LAURI!!!“
„Jaahaa?“ frech grinsend schaut er um die Ecke.
„Kannst du bitte Ruhe geben?“ …ruhig bleiben Nora…
„Nöö…“
„Hey bleib da!“ jetzt verschwindet der einfach…püh… „ICH WERDE NIE WIEDER MIT DIE SPIELEN!“ schreie ich ihm noch hinter her und schmeiße die Tür hinter mir zu.
Wehe, ich hör jetzt nur den kleinsten Ton…
Wieder in meine Decke gemummelt und fast am Einschlafen…. „AHHHHHH!!!!“
Ich schrecke hoch. Schnell renne ich wieder nach draußen. „WAS IST PASSIERT?“
Ich höre wie die Tür aufgeht und ein lachender Lauri raustritt. „Ich wollt einfach mal was anderes ausprobieren …hihi, und um ehrlich zu sein finde ich das an-die-Wand-stellen-und-wie-ein-Mädchen-schreien besser als Klopfen.“
Mit zusammen gekniffenen Augen sehe ich ihn an. Das gibt’s doch nicht, eben war er noch todmüde und jetzt treibt er mich in den Wahnsinn. Ich schalte das Außenlicht aus, zeige ihm den Mittelfinger und gehe, ohne was zu sagen wieder rein.
Diesmal aber auf die Couch…
Um acht Uhr werde ich von einem Klopfen geweckt. Mein Kreuz tut höllisch weg, als ich den Versuch starte aufzustehen. Lauri ich bringe dich um…
Doch dieses Klopfen kommt nicht vom Schlafzimmer, sondern von meiner Tür.
Gebeugt gehe ich dort hin und öffne sie, aber würde sie am liebsten gleich wieder zu schlagen, wenn mir diese leckeren Hörnchen nicht ins Auge fallen würden. Ich entscheide mich für den Mittelweg, kralle mir das Tablett und knalle die Tür zu.
„HEY?!“ höre ich Lauri von draußen rufen.
„Danke“ trällere ich und gehe in die Küche um mir ein wenig Marmelade und Nutelle zu holen. Ohne das Zeug schmecken die auch nicht….
„ICH WOLLTE AUCH WAS DAVON HABEN!!!“
„WAS? LAURI DAS SIND DOCH NUR ZWEI!“ was sind denn schon zwei Hörnchen…. Tz….nix… Tja, Nachbarlein diesmal bleibe ich stur!
„ICH HAB AUCH NOCH MEHR!“ ruft er wenige Momente später.
*schluck* Das ist fies! „NA UND?“ tue ich uninteressiert und setze mich mit meinem Frühstück auf die Arbeitsplatte. Mh… die sind sogar noch nen bisschen warm…
Warum antwortet er nicht mehr? Ich schlinge das letzte kleine Ding auf dem Weg zur Tür runter und horche. „Lauri?“
„Mh?“ Er steht da immer noch?
„Wie viel hast du noch“
„Ach bestimmt fünf Stück.“
„Echt?“ Ich öffne die Tür einen Spalt. „Krieg ich noch eins?“
„Wenn du mich rein lässt.“
*knurr* „okay“
Lachend läuft er in die Küche. „Haha, ich hab gar keine mehr!“
Mir bleibt der Mund offen stehen. „Du hast mich verarscht!“
„Richtig“ Lauri steckte den Kopf um die Ecke und grinste. „Warum hast du mir keins übrig gelassen?“
„Hatte Hunger“
„Kein bisschen sozial, was?“
“haha, das musst du gerade sagen!“