Chapter 24
°Nora°
„Trink einfach nen Schluck von deinem Cocktail hinterher, dann geht’s. Im Laufe des Abends wirst du dich dran gewöhnen keine Sorge.“
Dran gewöhnen…. An das Zeug kann man sich nicht gewöhnen.
Ich mustere das Glas erst ganz genau, dann setzte ich an und kippe es mir einfach rein… den halben Cocktail hinterher geext.
„Hey, wir wollten anstoßen!“ meint Lauri beleidigt.
„Ich wollte es aber so schnell wie möglich hinter mich bringen“ sage ich mit verzerrtem Gesicht. Bah! Ich habe den Geschmack immer noch im Mund…. Oder es ist nur Einbildung.
Ich nehme noch einen großen Schluck meines `Sex on the beach`, worauf mich Lauri so zweideutig drauf angesprochen hatte. Im Moment bin ich irgendwie nicht so in der Stimmung für solche Scherze… Alles schwankt so leicht… Ich fühle mich jetzt schon besoffen…. Hin-Her, Hin-Her. Man würde es kaum merken, doch wenn man sich konzentriert….
„Nora?“ Ich erwache aus meiner Träumerei. „Hast du zu Hause schon irgendwie vorgeglüht?“ fragt mich Aki verwundert.
„Wieso?“ stelle ich die Gegenfrage.
„Du siehst irgendwie so aus.“ …oh, wie nett…
„Nein, ich bin mir grad nur nicht so ganz sicher, ob ich seekrank bin oder nicht.“
„Ohohohoh… nein!“ Lauri rückt panisch von mir weg und schmeißt Linda fast runter.
„Ach!“ winke ich ab. „Ich muss doch nicht kotzen“
„Gut.“ Erleichtert setzte er sich wieder gerade hin und schaut mich kurz darauf besorgt an. Was denn jetzt schon wieder? Immer muss er mich so anstarren…
„Wollen wir vielleicht mal kurz raus gehen? Vielleicht tut dir die frische Luft gut.“ fragt er sanft.
Kurz zögere ich. „Ähm…ja, okay“ Ich bin mir nicht sicher, ob er das gerade erst gemeint hatte, oder es wieder einer seiner Späße war, doch als er sich erhebt und Linda aufsteht, um ihn raus zulassen, verlasse auch ich meinen Platz. Also…Ernst!
°Lauri°
Wir stehen draußen auf dem Heck. Hier sind kaum Leute, die meisten sind vorne. Es ist ARSCHKALT, um es auf den Punkt zu bringen.
Nora steht dort in ihrem dünnen Top und schaut runter aufs Wasser. Nur durch das Schiff schlägt es einige Wellen.
Ich zünde mir eine Zigarette an und genieße die (fast)-Ruhe. Nur dumpfes Bass-Geräusch kann ich unter mir vernehmen.
„Es ist ruhiger geworden“ sagt Nora plötzlich und dreht sich zu mir um.
„Was meinst du mit `ruhiger`?“
„Kaum noch Wellen, es schwankt nicht mehr so.“ Sie lehnt sich nach hinten und schließt die Augen.
°Nora°
Ich lasse meinen Oberkörper etwas über das Geländer nach hinten fallen. Wind durchströmt meine Haare, ich genieße die frische Luft, das Rauschen des Meeres. Ich fröstele zwar etwas, doch will ich noch ein wenig hier draußen bleiben.
„Bitte nicht so weit nach hinten lehnen, ich will net, dass du runter fällst und ich hinterher springen muss.“
Ich schaue auf und erblicke Lauri, direkt neben mir.
„Das würdest du tun?“
„Ja, na klar“ sagt er selbstverständlich und grinst mich an. Dann senkt er den Kopf. „Ich will dich noch nicht verlieren“ flüstert er nur.
Etwas verunsichert schaue ich wieder aufs Meer… ist da bei ihm vielleicht doch mehr als nur Freundschaft?
„Wenn ich nicht auch nur das Hemd anhaben würde, hätte ich dir meine Jacke gegeben.“ Vorsichtig berührt er meinen Oberarm, auf dem sich eine leichte Gänsehaut prägt.
„Dann lass uns wieder reingehen“ sage ich schnell und schnappe seine Hand, bevor noch irgendwas passiert… ich weiß zwar nicht genau was… aber es ist sicherer wieder zu den anderen zu gehen.
Stumm läuft er hinter mir hier. Kurz bevor wir wieder die Bar betreten, lass ich seine Hand los. Wieso habe ich sie überhaupt solange gehalten…?
°Lauri°
Linda setzt sich wieder neben mich nachdem sie Nora und mich durchgelassen hat. „Was habt ihr denn so lange da draußen gemacht?“
„Gewartet, bis es aufgehört hat zu schwanken“ sage ich knapp und wende mich meinem Bier zu.
„Wer trinkt mit mir nen Tequilla?“ wirft Nora plötzlich in den Raum.
Lucy und Linda schreien natürlich zu fort `ich` und schon wird einer nach dem anderen bestellt.
Aki, Pauli und ich schauen zunächst zwei-drei Runden zu. Dann steigen wir mit ein… jedoch mit Jägermeister. Das mit dieser Zitrone und dem Salz ist doch viel zu kompliziert…
Chapter 25
… yet?....
°Nora°
Dunkel….still…
Alles dreht sich….
„Lauri?“ flüstere ich fast nur.
„Ich bin hier.“
„Wo?“
„Na hier!“
Vorsichtig folge ich der Stimme, ich versuche grade einen Fuß vor den anderen zu setzen, was mir nicht so gelingt.
„Hey“ eine sanftes, rauches Hauchen, genau vor mir und zwei Arme schlingen sich um mich, ziehen mich an seine Brust.
„Wo bin ich?“ frage ich ihn.
„Mach doch die Augen auf.“
Ach… genau, DAS hatte ich vergessen! Ich blinzele etwas und sehe….
„Wir sind auf einem Schiff?“ stelle ich geschockt fest. Was mache ich hier?
Lauri kichert. „Ja, und das schon seid vier Stunden, Honey.“
Honey… gefällt mich.
Ich schließe wieder die Augen und schaue ganz vielen bunten Punkten beim Tanzen zu.
„Ist dir kalt?“ Er streichelt meine Arme auf und ab.
„Nein, bei dir nicht.“ Gott, was sage ich da?
Irgendwie brauche ich gerade Halt, sonst falle ich um. Ich kralle meine Finger hinten in seinen Pulli, ziehe mich etwas hoch.
Alter, wie viel habe ich getrunken?
„Willst du schlafen?“
Schlafen, mit ihm? Ich hebe meinen Kopf und versuche ihm in die Augen zu schauen, das muss ja scheußlich aussehen, wie ich die Augen verdrehte und nicht mal den Kopf gerade halten kann.
Ich gebe auf, lasse mich wieder fallen. „Hey, mach dich nicht so schwer“ panisch versucht er mich aufrecht zu halten.
„Wo sind die Kabinen?“ murmele ich.
„Komm, ich zeig sie dir, du musst aber ein bisschen mit helfen, spann deine Beine an! Außerdem, wenn dich die Türsteher so sehen…“
Bla bla bla… „Jetzt geh schon.“
Er stützt mich mit einem Arm und ich lege meinen Kopf auf seine Schulter, lasse mich einfach führen. Das mit dem Laufen geht besser als gedacht.
„Stufe…Stufe…. Noch eine.“
Ich mache was er sagt und mir kommt es vor, als ob er schon nach einer Minute irgendeine Tür aufschließt und ich kurz darauf auf einem Bett liege.
„So…ähm, ich schaue mal was die anderen machen.“
„NEIN, bleib hier!“
°Lauri°
„NEIN, bleib hier!“
*schluck* Ich kann doch nicht…. Ich kann das doch nicht einfach so ….ausnutzen oder? Sie kann doch kaum noch klar denken… und wird morgen total geschockt neben mir aufwachen… was soll ich ihr dann sagen….?!
Hin und her gerissen blicke ich sie an. Ihr Haare total verwuschelt, das Top etwas verrutscht… mein Alkoholintus sagt mit `Ja, los mach schon!`, doch mein Verstand ist auch noch da und dem gefällt das hier gerade gar nicht…
„Machscht du nochs Lischt aus vorhäär?!“ fragt sie, grabbelt unter die Decke, an den Rand des Bettes… damit ich auch noch hin kann…. Hilfeee….!!!
Andererseits… ich passe nur auf sie auf, ich mache, was sie sagt… sie ist betrunken und ich gucke, dass sie nichts anstellt….
Ach verdammt, ich kann mir das schön reden, wie ich will… im Endeffekt ist es doch falsch, da sie nicht weiß, was sie da tut….
°Lauri°
Oh…Gott, ich mache es!!
Ich habe das Licht ausgeschaltet und taste mich jetzt im Dunklen zu ihrem Bett. Naja… es ist eigentlich meins!
Vorsichtig lege ich mich ganz eng an die vorderste Kante. Vielleicht pennt sie ja schon… ich warte einfach noch ein bisschen und dann verschwinde ich…. Tiiiief durchatmen….der Duft ihres Parfums steigt mit in die Nase… nein das mit dem Atmen lasse ich am Besten auch…
Die Matratze beginnt plötzlich zu quietschen und eine kühle Hand wandert in meinen Nacken… Gänsehaut lässt grüßen…. Verdammt, sie ist doch noch wach!
Ich tue gerade so, als ob ich nicht abhauen könnte, obwohl ich doch einfach zu den anderen gehen könnte…. Anscheinend will ich doch hier bleiben…argh, und warum versteift sich dann alles so?!
Ich spüre warmen Atem an meinem Hals, kurz darauf bedeckt sie ihn mit zarten Küssen und wandert langsam abwärts.
Scheiß drauf, was habe ich schon zu verlieren?! Vorsichtig ziehe ich ihren Kopf hoch und presse meine Lippen auf ihre. Mit meiner Zunge fahre darüber, bitte um Einlass, den sie mir kurz darauf gewährt. Scheu und ängstlich berühren sich unsere Zungen, verwickeln sich gegenseitig in einen unschuldigen Kuss, der mein Herz zum Rasen bringt.
Atemlos löse ich den Kuss, schiebe Nora von mir runter, sodass sie nun unten liegt, und beuge mich über sie. Ich taste nach ihren Lippen, fahre nachdenklich ihre Konturen nach.
„Was ist?“ fragt sie leise.
„Ich kann das nicht“ flüstere ich nur, stehe auf und verlasse das Zimmer.

 

Chapter 26
…one mistake…
Mit meiner fünften Zigarette stehe ich hier und starre aufs schwarze Meer. Die Betrunkenen werden hier gar nicht mehr raus gelassen, doch ich bin gerade noch so durch gekommen… bin seit dem Kuss ja auch wieder fast stocknüchtern.
Mein ganzer Körper zittert, obwohl mir überhaupt nicht kalt ist. Das war grade echt zu viel für mich. Was wird sie morgen sagen? Wird sie sich überhaupt dran erinnern? War es richtig, einfach so zu gehen? Vielleicht hätte ich doch bleiben sollen…
Ein Vibrieren in meiner Tasche. Ich ziehe mein Handy heraus. Eine Sms…von Aki: „Hey, ich hoffe ich störe nicht…hehe… Wollt nur Bescheid sagen, dass wir in der Disse sind, falls ihr uns sucht.“ Die Disco ist genau unter mir… ich sollte wohl echt wieder reingehen…bekomme sowieso erst Morgen eine Antwort auf meine vielen Fragen.
Cool schnippe ich meine Kippe über Bord, gehe nickend an dem Türsteher vorbei und runter in die Disco.
Aki erwartet mich schon grinsend an der Bar. „Wo sind denn die anderen?“ frage ich gleich.
„Wo hast du denn die Kleine gelassen?“
„Die schläft tief und fest. Los sag schon, sind die untergegangen oder was?“
„Nein, Lucy, Nea und Eero tanzen, Pauli ist für Kleine Jungs.“
„Eero tanzt?“ …kenne ich ja gar nicht von ihm…
„Naja, Nea zu Liebe“ zwinkert Aki und hält mir ein Bier hin.
„Danke“ Ich nehme einen großen Schluck. Plötzlich verschlucke ich mich behnahe, als ich ein schweres Gewicht auf meinem Rücken spüre…. Ich kann mich gerade so auf den Beinen halten.
„Lauriiiii“ schreit mir eine weibliche Stimme angeheitert ins Ohr und lässt sich wieder runterfallen.
Nora? Blitzschnell drehe ich mich um.
…“Ach Lucy“ meine ich etwas desinteressiert.
„Ja, isch, jenau!“ kichert sie. „Tanscht du mit mir?“ Sie legt ihren Kopf schief und lächelt mich unschuldig an.
„Später vielleicht“ gebe ich als knappe Antwort und wende mich wieder zu Aki.
…2 Stunden später…
„Pauli!....Pauli! ….Pauli! …Yeaaahhhh!“ der Dicke hat sein Bier in weniger als 15 Sekunden geext und rülpst nun volles Rohr in die Runde. Ich kann mir ein lautes Lachen nicht verkneifen und auch Lucy lässt sich vor lauter Gelächter gegen mich fallen. Automatisch lege ich meinen Arm um sie. Wenn Mikko jetzt hier wäre, hätte er mir eine geknallt!
„So Leute wir gehen pennen“ Nea und Eero stehen auf.
„Uhhhh…“ kommt es gleich von allen und beide verdrehen nur gleichzeitig die Augen.
„Gute Nacht… und macht nicht mehr so lange“ meint Eero und schiebt seine Kumpeline vor sich aus der Disco. Es ist kaum noch was los hier… Einige Besoffene sitzen in irgendwelchen Ecken rum und lallen sich voll. Wir sind auch welche denen…hehe…  
Die Tanzfläche ist komplett lehr und wenn wir nicht noch regelmäßig Bier bestellen würden, hätten sie uns bestimmt schon längst rausgeworfen und in die Kabinen gesteckt. Ha…wir bringen halt Umsatz! Ich weiß nicht wie viel Bier ich in den letzten zwei Stunden getrunken habe, doch es war weit mehr, als die Stunden davor.
„So, isch gib noch ne Rundä“ erkläre ich und möchte gerade aufstehen, um zu bestellen, doch Aki hält mich zurück.
„Lasch uns libba au Schluss machön“
„Ja, jenau, wir wolln moin doch noch in dieses Schwimmbad hia“ stimmt auch Pauli zu und ich gebe mich geschlagen.
„okeeee….“ sage ich traurig und spüre eine Hand auf meinem Schoß, die langsam hoch wandert. Oh oh, das ist Lucy…
Lachend schiebe ich ihre Hand weg. „Nisch hia“ flüstere ich nur und grinse versaut.
„Gut, dann lass uns gehen“ sagt sie, als ob sie stocknüchtern wäre.
„Los Lauri! Kannscht du überhaupt noch jehen?“ fragt Pauli kichernd und schnappt sich Aki, der keinen Fuß mehr vor den anderen setzten kann.
„Nimm du ruhig Aki, ich kümmere mich um Lauri!“ antwortet Lucy für mich. Pauli nickt zustimmend und poltert mit dem Suffkopf davon.
„So, und du kommst erst mal mit zu mir, Tiger!“
*schluck*
°Nora°
„Lauri?“
„Ich bin nicht Lauri.“
„Ja, das sehe ich auch, aber wo ist er?“
„Aki ich will pennen“
„Nein, wir suchen erst Lauri.“
„Ist er nicht in seinem Bett?“
„Du liegst in seinem Bett“
„Oh“ Ich blinzele etwas. „Hast Recht. Un wer liegt in meinem?“
„Niemand.“
„Und wo kann er dann sein?“
„DAS WEIß ICH DOCH AUCH NICHT!“
„Boah, ist doch gut“ Muss der denn so brüllen?! Ich rappel mich auf und ziehe meine Schuhe an. „Weißt du zufällig, wann ich gestern ins Bett bin?“
„Keine Ahnung, komm jetzt“ Er schiebt mich aus dem Zimmer. „Du gehst rechts, ich links.“ befiehlt er. „Ich finde aber gar nicht mehr zurück. Außerdem hab ich Kopfweh.“
„Jetzt hab dich nicht so. In 10 Minuten treffen wir uns wieder hier.“
„Na guhut.“ gähne ich und schleiche die Treppe hinunter.
Nach der vereinbarten Zeit stehe ich wieder an der Wand gelehnt vor meiner Kabine.
„Gefunden?“ kommt Aki neugierig an.
„Nö“ gebe ich knapp zurück. „Aber ich weiß wo er ist…“
„Na sag das doch gleich, WO??“ er schaut mich mit großen Augen an.
„Ich wette mit dir, bei irgendeinem schrägem Fan mit im Bett“ Ich lache selbst über meinen Witz, den Aki gar nicht so toll findet.
Er sieht mich strafend an, dann wird sein Blick plötzlich nachdenklich. „Verdammt, oh fuck! Lauri nein, bitte nicht!!“ meint er total verzweifelt und sprintet los.
Was soll das denn jetzt?
Ich laufe ihm einfach hinterher. Auf meine Fragen, was denn los ist, antwortet er nicht, bis wir vor einer Tür stehen bleiben. „Du solltest lieber draußen bleiben“
„Nein, wieso?“ frage ich verwirrt. „Ich will doch auch wissen, was er angestellt hat“
Aki seufzt. „Bitte lieber Gott… lass ihn nicht hier drinne sein, bitte bitte bitte!“
°Lauri°
„Ach du scheiße….Lauri!!!“ ….wer spricht da?...
„LAURI!!!“ …mh… könnte Aki sein…
„Lauri, er bringt dich um!!!!“
„Was…Was…Wer bringt mich um?“ schrecke ich auf.
„Mikko, der wird dich in Stücke reißen, wenn er das erfährt“
„Was hab ich denn jetzt wieder getan?“ gequält halte ich mir den Kopf und erkenne nur schwach Aki und Nora, die vor mir stehen… Ou Mann, ich habe grad so schön geträumt….
„Was du getan hast???? Rate mal, wer mir gerade aufgemacht hat und jetzt aufm Klo ist?!“
Ich hasse Rätsel am Morgen… „Sags mir“ bitte ich ihn.
„Lucy!!!“
Der Name schallt hunderte Male in meinen Gedanken wieder.
„Lucy? Willst du mich….?“
„Nein, will ich nicht!“
Oh Gott… das kann nicht sein…. Das darf nicht sein!
Nora tritt vor Aki. „Einfach so? Du hast mit der da ge-…?“
„Ach halt die Klappe!“ unterbreche ich sie gereizt. Sie sollte ganz ruhig sein. Ist doch nur ihre Schuld, das Ganze!
Perplex schaut sie mich „Was?“
„Nora, warte bitte draußen“ Aki drängt sie einfach raus und schließt die Tür.
„Argh, verdammt!“ Ich schlage wütend die Decke zur Seite.
„Hier, zieh dir erst Mal was an!“ Aki wirft mir meine Boxershort entgegen, die anscheinend auf dem Boden lag. „…und bei der Kleinen entschuldigst du dich auch!“
… 10 Minuten später auf Deck….
„Ich verstehe dich nicht…“
Abwesend ziehe ich an meiner Zigarette. Der Dampfer fährt schon wieder Richtung Helsinki.
„Was verstehst du nicht?“ will ich genauer wissen.
„Ich dachte… also es sah so aus, als ob du an deiner Nachbarin interessiert wärst…“
„Bin ich ja auch“
„BIST DU???“
„Ja, aber mit ihr ist es mir ernst…“
„Na, das haste ihr ja grade schön gezeigt…“ sagt er voller Ironie.
„Mann AKI!!! Das weiß ich auch!“ zische ich.

 

Chapter 27
…lost…
°Nora°
„Ach halt die Klappe!“
Ich bin sprachlos. „Was?“
„Nora warte bitte draußen“ bittet mich Aki und schiebt mich einfach raus. Ich bin viel zu perplex, um zu reagieren und stehe plötzlich vor verschlossener Tür.
Was sollte denn das eben? Ich hab ihm doch nichts getan!
Er ist doch der, der mal so spontan mit der kleinen Schwester seines Managers geschlafen hat.
Wütend trete ich die Treppen hoch, an die frische Luft.
Und er hats auch noch total vergessen… mein Gott, wie viel kann man trinken, dass man nicht merkt, wie man mit jemandem schläft?
Hallo? Warum bin ich eigentlich so aufgebracht? Ist doch seine Sache. Er ist ein Rockstar… Single … es wär doch komisch, wenn er es nicht machen würde, oder?!
Um einen klaren Kopf zu bekommen, laufe ich eine Runde übers Decke, bis ich wieder bei der EINEN Treppe angekommen bin. Doch ich höre Stimmen. Lauris und Akis, die näher kommen. Nein, denen will ich jetzt eigentlich nicht begegnen. Schnell laufe ich in eine andere Richtung und will einen anderen Eingang nehmen, aber beschließe doch, noch mal für einen kurzen Augenblick meine Ohren zu spitzen…
°Lauri°
„Mann AKI!!! Das weiß ich auch!“ zische ich.
Verdammt, er soll gehen, ich will alleine sein!
Seufzend drehe ich mich um und lasse prompt meine Kippe fallen. „Nora“ sage ich tonlos.
„Was…wer?“ Aki dreht sich verwirrt um und bleibt, genau wie ich, an dem schwarz-haarigem Mädchen mit dem geschocktem Blick hängen.
„Nora… ich…“ gehe ich stotternd auf sie zu.
„Nein, ich dachte wir wären Freunde…“ sagt sie total verzweifelt und tritt zurück.
„Ja das sind wir doch auch…“
°Nora°
Ich renne einfach los… weg von ihm…
….in meine Kabine…. schließe ab… setzte mich aufs Bett…
Kein Hass, keine Freunde… rein gar nichts fühle ich… Mir ist alles gleichgütig…. Lauri ist mir gleichgültig….
Verständnislos blicke ich aus dem kleinen runden Fenster.
… er ist an mir interessiert… mit mir ist es ihm ernst….
Wieso, verdammt schläft er dann mit diesem Mädel? Das widerspricht sich doch total! Okay, ein wenig wütend bin ich schon…
`… aber mit ihr ist es mir ernst…` argh… das hat so ernst geklungen… Gestern hat er doch noch gesagt, das sei alles nur ein Versehen gewesen… mit dem Kuss… War das auch eine Lüge? Hat er es schon wieder getan? Wieso sagt er nicht, was er denkt?
„Nora?“
…Lauri verschwinde doch einfach….
„Nora, kann ich mit dir reden?“
…ich bin nicht da… einfach nicht da….
„Ich weiß, dass du da bist. Bitte lass mich erklären“
„Du willst es mir erklären?“ frage ich überrascht. Sonst hatte er doch nie Erklärungen…
°Lauri°
Nach ca. einer Minute Stille höre ich, wie sie den Schlüssel umdreht und die Tür einen Schlitz weit öffnet. Na endlich… Ich dachte schon, sie lässt nicht mit sich reden… obwohl… was will ich eigentlich sagen? Am besten die Wahrheit oder? Ja, diesmal werde ich ihr die Wahrheit sagen…
„Ich… ich… ich….“ Lauri konzentriere dich!!!
„Setz dich lieber erstmal“ sagt sie ernst und deutet mit dem Arm, dass ich reinkommen soll.
Das Bett ist noch gemacht. Sie hat die Nacht ja auch nicht drin geschlafen…
Nora macht es sich darauf bequem, ich bleibe doch lieber stehen…
Erwartungsvoll schaut sie mich an.
„Kannst du dich an gestern Abend erinnern?“ frage ich erst mal.
„Na klar, kann ich das!“
„Ach echt?“
„Ich weiß nur nicht mehr genau, warum ich in deinem Bett geschlafen habe“ grübelnd kratzt sie sich am Kopf.
Also doch nicht! „Du warst zu betrunken und da gings schneller dich in meine Kabine zu verfrachten.“ erkläre ich ihr.
„Achso, na klar, stimmt, jetzt wo dus sagst“ lügt sie.
„Du warst SEHR betrunken.“ reiße ich meine Augen auf.
„Willst du mir damit irgendwas sagen?“ hebt sie die Stimme.
„Du wolltest, dass ich bei dir bleibe.“
„Was? Echt? Nein!“ Kurz zögert sie. " …. Hast dus gemacht?“ Ihr Blick sagt mit, dass ich jetzt besser `Nein` sagen sollte, doch wir wollten doch bei der Wahrheit bleiben oder?
Chapter 28
…or not?…
°Nora°
„Ja und du hast mich geküsst…“
„NEIN!! Du kannst mir jetzt nicht erzählen…“
“LASS MICH AUSREDEN!“
Ich zucke zusammen. Wow, kann der brüllen.
„Du hast mich geküsst… kannst du mir glauben oder nicht, aber es ist wahr. Und ich bin gegangen, weil du sicher noch weiter gegangen wärst.“
„WAS….?“ Er unterbricht mich wieder…
“Du warst betrunken und wusstest nicht was du tust, deshalb wollte ich es nicht ausnutzen, aber ich hätte es machen können, verstehst du? Und am nächsten Morgen wärst du dann nicht alleine in meinem Bett ausgewacht!“
„Ich war nicht mehr bei Sinne, okay? Bilde dir bloß nichts drauf ein! Soll ich dir jetzt dafür danken, dass du gegangen bist??? Wie ich sehe hast du doch ne Alternative gefunden!“ brause ich mich auf. …Wenn es überhaupt stimmt, was er sagt… eigentlich bin ich doch nicht so… außer ich fühle etwas für jemandem… aber das schließe ich in diesem Fall aus!!!!!!!!
„Ja, das habe ich! Und es war TOLL!“
“Dann ist doch gut! Sind doch alle glücklich!“
„NEIN EBEN NICHT!“ schreit er wieder! „Nora, verdammt! Ich liebe dich!!!“
°Lauri°
Mit großen Augen und geöffnetem Mund starrt sie mich an. Das hätte sie jetzt nicht erwartet…ehrlich gesagt, ich von mir auch nicht.
Ich atme einmal tief durch. Es ist endlich raus… ein gutes Gefühl.
Doch und ich glaube nicht, dass sie die nächsten 10 Minuten irgendein Wort über ihre Lippen kriegt. Also gehe ich lieber wieder.
Tüt   … Tüt… tüt….
„Lauri?... Wie ist es gelaufen?“
„Mh… weiß nicht genau, wo bist du?“
„Ich hab Eero, Nea und Pauli jetzt auch gefunden, wir sind unten im Schwimmbad. Komm runter, es ist total leer.“
„Ja mach ich, ich hol nur kurz meine Sachen, bis gleich.“
Ich betrete die warme, nach Chlor riechende Halle. Och neee… Lucy ist ja auch da, davon hat Aki aber nichts gesagt.
„Na du alter Hengst“ kommt Pauli gleich an und klopft mir auf die Schulter.
„Moin.“ … ich gehe besser nicht weiter auf `den Hengst` ein…
Ich setze mich an den Rand des Beckens, stecke meine nackten Beine ins relativ warme Wasser, und beobachte Aki, Lucy, Eero und Nea, wie sie sich gegenseitig versuchen unter zu tauchen… Worin besteht da der Sinn? Naja, Spaß scheinen sie zu haben…
Pauli kommt wieder und spring –natürlich direkt neben mir- mit einer Arschbombe ins Wasser. Als er wieder auftaucht, strafe ich ihn mit einem bösen Blick, sage jedoch nichts. Mir grade irgendwie fast alles egal… Aufregen oder sogar schwimmen, wäre doch viel zu anstrengen, vom Abtrocknen ganz zu schweigen.
Ab liebsten würde ich einfach wieder zu Nora gehen und mit ihr `vernünftig` reden… doch es ist glaube besser, ihr erst mal ein wenig Zeit zu lassen…
Vorhin habe ich’s echt teilweise versaut. >Ja, das habe ich! Und es war TOLL!< Wie kam ich bitte auf den Spruch? Ich kann mich doch gar nicht mehr dran erinnern… Und gefühlt habe ich dabei sicherlich nichts….

 

Chapter 29
… leave …
°Nora°
Die Durchsage, dass wir Helsinki wieder erreicht haben, ist zu Ende. Ich schnappe meine Sache und verlasse mit Linda fast fluchtsartig das Schiff.
Sie war die letzte Stunde bei mir und ich habe ihr alles erzählt. Jede Kleinigkeit, auch den Kuss… ich brauchte einfach irgendwen zum reden.
Sie meinte, ich solle erstmal wieder auf Abstand gehen. Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass man nur Abstand braucht, wenn man sich seiner Gefühle nicht sicher ist. Ich bin mir doch sicher!
Trotzdem befolge ich ihren Rat, bei Alex hatte sie ja auch von Anfang an recht gehabt.
Lauri ist so ein guter Freund geworden… eigentlich wollte ich ihn nicht verlieren…
Schweigend laufen wir durch eine enge Gasse, der kürzeste Weg zu unserem Block. Linda hält meine Hand, zieht mich leicht hinter sich her. Ich starre nur auf den Boden. Den Beton… und versuche meine Gedanken irgendwie zu ordnen.
Wenn es stimmt, was er gesagt hat, dass ich ihn gestern geküsst habe… habe ich schon einiges Falsch gemacht… ich verletzte ihn mit meiner jetzigen Entscheidung… und ich will es nicht noch schlimmer machen.
°Lauri°
Muss das Taxi denn so klein sein? Hätte Eero nicht nen Kleinbus bestellen können?! Er ist doch sonst immer so schlau….
Pauli vorne, Aki, der dünnste, in der Mitte. Eero mit Nea auf dem Schoß, rechts und ich mit Lucy, links.
Sie dreht sich immer wieder um und lächelt mich an. Boah, wie gerne würde ich ihr jetzt meine Meinung sagen, doch nicht vor allen anderen… Hoffentlich denkt sie nicht, dass das Gestern irgendetwas zu bedeuten hatte… Das würde mir einiges an Stress aufheizen….
Na Gott sei dank ist meine Wohnung am Nahesten. Das Taxi hält vor dem weißen Gebäude. Sie steigt aus, um mich raus zulassen. Ich stelle mich vor sie, lehne die Autotür nur kurz an. „Lucy, bitte denk nichts Falsches, ja? Das gestern war toll…äh schön, echt! Aber es hatte nichts zu bedeuten.“ … und bitte sag Mikko nichts…, füge ich noch in Gedanken hinzu. Verdammt, ich hasse so was!!!
°Nora°


Ich versorge meinen Wellensittich mit Futter und frischem Wasser, bevor ich ins Bad gehe, um die trockene Wäsche abzunehmen. Bald schon halte ich Lauris Hose und T-shirt in den Händen. Mh… das Blut ist raus… schon mal gut, aber soll ich sie ihm jetzt einfach so rüberbringen? Er meinte ja, er hätte sie einfach weggeschmissen, also kann ich das doch auch machen. Erinnern tut er sich sicherlich nicht dran, oder? Ach… ich lege sie einfach vor seine Tür.
Gesagt, getan… und bügeln kann er ja selber…
Ich fahre meinen Laptop hoch und überarbeite noch mal meine Hausarbeit, im Moment die beste Ablenkung…
Irgendwie habe ich Angst, Lauri zu begegnen, es wird doch nichts mehr sein wies war…
°Lauri°

Drei Uhr, ich habe immer noch Kopfschmerzen.
Mikko hat eben angerufen -Mann hatte ich Schiss, dass er irgendwas weiß- doch er wollte mir nur Bescheid sagen, dass wir kurzfristig noch ein Interview meistern müssen.
Auch nicht grade toll, aber auf jeden Fall besser…
Also dusche ich schnell, ziehe mir irgendwelche Sachen an und meine Mütze auf.
„Wow, ich bin pünktlich“ lobe ich mich selbst, als ich auf die Uhr sehe und meine Wohnungstür schließe. Danach fällt mein Blick auf Dinge, die vor der Tür liegen. Grübelnd hebe ich sie hoch. Meine Klamotten… wie kommen die hier her? Keine Nachricht nichts…
Mh… ich zucke mit den Schultern schließe wieder auf und werfe sie einfach in den Flur. Ich wollte doch nicht zu spät kommen!
Chapter 30
… boring…
…zwei Tage später…
°Nora°
Ich seufze und stütze meinen Kopf auf meinen Armen ab. Mann, ist das heute wieder öde. Der Prof. labert mal wieder nur Zeug, was ich alles längst schon weiß.
Gelangweilt schaue ich nach links, wo Linda fleißig mitschreibt. …seufz…
„Kannst du mal bitte aufhören?“ meint sie genervt und schreibt noch schnell den Satz zu ende.
„Hä? Was hab ich denn gemacht?“
„Du seufzt die ganze Zeit, das nervt! Wenn du doch alles weißt, warum gehst du dann nicht?“
“Weil es zu Hause genauso langweilig ist.“
„Lenk mich nicht ab!“
„Was?“
„Ich muss da zu hören, du lenkst mich ab!“
“Hallo? Wer hat denn mit reden angefangen?!“ Darauf bekomme ich keine Antwort. Ich drehe mich wieder weg. „…Blöde Kuh….“ murmle ich bloß.
„Das hab ich gehört.“
°Lauri°
„und was ist mit dir, Lauri?“ …
….
„Lauri?“
„Ja?“ schrecke ich auf.
„Mc?“ fragt mich Pauli.
„Meinetwegen.“ Ich lehne mich an die Scheibe, versinke in wieder meinen Gedanken.
„Der ist echt zu nichts zu gebrauchen…“
„Hey, Mikko, was ist mit Morgen? Steht was an?“
„Nein, ihr habt frei. Und ich endlich auch mal…“
„Woah, geilo!! Hast du gehört?“…. „Lauri?“ …. „LAURI!!“
„Boah, was ist denn?“ meine ich gereizt.
„Wir haben morgen frei.“
„Toll!“
… also wieder ein Tag, den ich alleine verbringen darf…
…aber in zwei Wochen geht’s ja erst mal für zwei Monate nach Deutschland… yeah!...
„Hey, Lapsi! Setz mich bitte doch vorher zu Hause ab.“ sage ich zu unserem Fahrer.
„Wieso denn das?“ kommt es gleich von Aki.
„Ich hab keinen Hunger.“
„Du hast den ganzen Tag nichts gegessen.“
„Na und?“
°Nora°
…Wochenende…
Ich stehe auf meinem Balkon. Eigentlich ist es viel zu kalt, um einfach mal die Aussicht genießen zu wollen, doch irgendwie hoffe ich, dass Lauri vielleicht auch zufällig auf die Idee kommt…. Doch nichts…
Nach einer halben Stunde gehe ich wieder rein.
Ist er nicht zu Hause? Ich hab vorhin aber mitbekommen, wie er aufgeschlossen hat… Naja, er ist bestimmt wieder weg… immerhin ist Samstagabend, wer bleibt da schon zu Hause???
… Ich… ja, die langweilige Nora wird sich einen schönen Fernsehabend machen… wie jeden Abend halt… Linda muss nämlich für die Uni lernen… manchmal wünsche ich mir auch, es zu müssen…
Mh… ich ziehe mir ab Besten irgendnen Schnulzefilm rein, das ist doch mal ne gute Idee…
°Lauri°
„So! Der Chef ist da!“ Ich werfe cool meine Jacke auf die rote Samtcouch im Proberaum. Alle nicken, nach dem Motto `Laber ruhig, Lauri.“ und wenden sich stumm ab.
Ein entspannter Männerabend steht uns bevor.
Ich nehme mir ein kühles Bier aus dem Kühlschrank, welcher eigentlich auch nur für Bier bzw. Cola für Eero, gekauft wurde, und quetsche mich zwischen Pauli und Aki.
Leise dudelt das Radio im Hintergrund. „Und, freut ihr euch schon?“ frage ich gut gelaunt in die Runde.
Doch ich werde nur fragend angeschaut. „Auf was?“
„Na auf Deutschland!“
„Mh… ich weiß nicht.“ murmelt Eero. „Zwei Monate ohne Nea.“
Aki verdreht sie Augen. „Ihr zwei seid echt bescheuert.“
„Wieso?“ kommt es gleich von dem Angegriffenen.
„Irgendwann ist der Zug abgefahren, wenn du noch länger wartest.“
„Sie will aber doch gar nichts von mir.“
„Äääkk!“ quiekt Aki. „Da ham was wieder: Falsch! Nea ist genauso verknallt, wie du!“
„Und wie seid ihr euch da so sicher?“
„Das sieht doch jeder Blinde“ meine ich nun auch genervt.
„Also ich merke davon nichts“ sagt er sicher und setzt seine Colaflasche an.
„Ich kann Eero aber auch verstehen.“ brummt Pauli unerwartet.
„Wie meinst du das?“ will ich wissen.
„Guck doch mal, wie lange die schon befreundet sind…“
“Ist doch umso besser! Dann wissen sie schon alles vom Partner.“
„Die Freundschaft kann aber auch ganz schnell zerbrechen.“
„Mh… das stimmt, aber wenn man verliebt ist, sollte man das Risiko vielleicht auch eingehen…“
Allgemeines Seufzen.
„Lasst uns bitte das Thema wecheln.“ … meine Laune soll nicht schon wieder sinken…
„Ooooh, hat der Lauri auch Liebeskummer?“ fragt Aki mit hoher Stimme.
„Kann ich was dafür, dass du dich nicht verlieben kannst?“ zische ich zurück.
„Ich hab dann wenigstens nicht solche Probleme!“
„Warts mal ab, bis es dich mal richtig erwischt!“ sagt Eero erst. „Irgendwann ist deine `ich bin ja so geil und vögel Jede` -Zeit auch vorbei. Irgendwann… triffst auch DU die Richtige.“
„pfff…“
…zwei Stunden später…
Ich bin auf dem Weg nach Hause. Vor meinem Block werfe ich meine Kippe weg und trete ins dunkle, kalte Treppenhaus. Nachdem ich den Lichtschalter endlich gefunden habe steige ich die Treppen hoch und bleibe vor Noras Tür stehen.
Warum weiß ich nicht… Vielleicht ist da irgendeine Magnet, der mir einfach keine andere Wahl lässt…. und das mutmachende Bier kommt noch dazu….

 

Chapter 31
… better …
°Lauri°
Huch… was macht denn meine Hand da…?
Aus!! Pfui!!! Mist schon passiert…
Blödes Dingen… klopft überall gegen!
Ich höre Schritte…ups, lieber Lauri, das ist aber gar nicht so spaßig, wie du tust, sie wird dir wahrscheinlich gleich die Tür vor der Nase zuschlagen.
„Wer ist da?“ höre ich von drinnen.
…Wenn sie die Tür überhaupt aufmacht…. „H…hier ist Lauri.“ stottere ich –natürlich- gleich drauf los. Kann ich nicht mal cool bleiben?!
Sie öffnet sie Tür –uhhh- und auch noch weiter, als ich gedacht hätte.
„Hast du geweint?“ platzt es aus mir heraus, als ich die roten Augen sehe… `oder gekifft?` füge ich noch in Gedanken hinzu.
„Ach *schnief* sieht man das etwa?“ grinst die und wischt sich über die Augen.
Sie grinst?? Wow, ich peile grad gar nichts.
„Warum? War Alex wieder hier?“ kommt mir plötzlich der Gedanke, den ich laut ausspreche.
„Nein.“ winkt sie lachend ab. „Ich hab nur grad so ne Schnulze gesehen und…hach… das Ende war so schön.“
„Wie hieß der Film denn?“
„Ach den kennste sowieso nicht.“
„Ich kenne alle!“
„Jaja, hast du deine Klamotten gefunden?“ lenkt sie ab.
„Welche Kla…. Ach! Das warst du?“
„Na sicher… wer sonst?“
„Ich hab mich schon gewundert, wo die plötzlich herkamen. Danke.“
„Kein Problem. Ich hab mir schon gedacht, dass dus vergessen hast.“
„Mh…“ Jetzt weiß ich nicht mehr was ich sagen soll…
…Süßer Jogginganzug? Nein, das lasse ich lieber.
„ähhh… was wolltest du eigentlich?“ fragt sie unsicher.
„Ich wollte… also…“ …erstmal überlegen… „ach ja, ich… also wir fahren in fünf Tagen nach Deutschland und ich wollt fragen ob du vielleicht ab und zu mal meine Blumen gießen könntest.“
Nora schaut mich skeptisch an.
…Ja sorry, mir ist grad nichts Besseres eingefallen…
„Wie lange bist du denn weg?“
„acht Wochen.“
„Ach so… wenn das so lange ist… na klar mach ich, musst mir dann nur deinen Schlüssel geben.“
„Ja, sicher, gib ich dir irgendwann nächste Woche, na dann… gute Nacht, man sieht sich.“
Sie nickt mir zu und schließt die Tür.
Mh… gar nicht mal so schlecht gelaufen oder? Sie hat ganz anders reagiert als befürchtet…
Ich klopfe mir selber auf die Schulter. Gut gemacht Lauri, morgen musst du nur noch irgendwelche Pflanzen besorgen… dann nimmt sie dir die Ausrede vielleicht auch ab.
°Nora°
Ich setzte mich wieder, schaue aus dem Fenster.
Blumen? Lauri hat doch gar keine Blumen….
Was war das überhaupt eben? Kam er einfach so, um 11Uhr abends, um mir das zu sagen? Das mit der Hose hatte er ja sowieso vergessen, also was? Wollte er mit mir über DAS reden und hat einfach nicht den Mut gefunden? Eigentlich will ich gar nicht mit ihm drüber reden… ich will einfach, dass alles ist, wie vorher. Wenn wir uns aussprechen, muss ich ihm sagen, was ich fühle, und das ist für ihn leider erschreckend wenig… denn ich fühle nur… Freundschaft?
Wenn ich bloß nicht mehr an Alex denken würde. Klar, ich habe eingesehen, dass es nur eine riesen große Verarsche war, doch kann man einen Menschen doch nicht von ein auf den Tag hassen, wenn man ihn vorher geliebt hat…
Lauri hatte doch auch geliebt, oder? Was ist den mit seiner Ex? Hat er sie so schnell vergessen? Wie lange waren sie zusammen… zwei Jahre? Wie kann er denn so schnell über sie hinweg sein…
Seufzend lehne ich mich zurück und schließe die Augen…
Ich weiß noch, das war in der 10. Klasse. Mein bester Freund Damian und ich habe alles zusammen gemacht. Auf eine Party ging ich nicht mit einer Freundin, sondern mit ihm. Jeder hat und für ein Paar gehalten und dann konnten sie nur überrascht gucken, wenn ich ihnen gesagt habe, dass wir nur Freunde wären. Wenn ich damals gewusst hätte, dass er sich dadurch so verletzt fühlte, hätte ich wahrscheinlich meine Klappe gehalten. Ich wusste ja nicht, dass er in mich verliebt war… mich verehrte, wie er sagte. Große Angst stieg in mir hoch, dass alles kaputt gehen würde, wenn ich ihm nicht auch sage, dass ich ihn liebe. Doch das konnte ich nicht…
Ich verlor zu dieser Zeit meinen besten Freund, den ich geliebt habe… aber auf eine andere Art uns Weiße…
„Hey Nora!“ Ich höre ein Klopfen aus dem Schlafzimmer. …Lauri…
„Was ist denn?“ rufe ich, laufe hin und stelle mich vor die Wand, starre sie an… „Bist du doch da?“
„Geht deine Heizung auch nicht?“ kommt es zurück.
„Doch!“ Ich fasse an den Heizkörper. „Mein wurde aber letztens erst entlüftet, vom Hausmeister. Du bist ja nie zu Hause.“
„Mh… toll…“
°Lauri°
Der erste Morgen seit langen, an dem ich von alleine aufwache und nicht irgendein klopfender Mikko oder Aki Schuld ist. Schön ausgeschlafen werfe ich die Decke zur Seite und strecke mich ausgiebig.
Barfuß tapse ich in die Küche, suche Filter und Kaffeepulver aus den Schränken zusammen.
Also ich stelle die einfach immer neben die Maschine…
Vor mich hin schmatzend gieße ich Wasser ein und gebe in den Filter ausreichend Pulver. Wo ist den der rote Knopf…? Ach da! Nachdem ich ihn gedrückt habe fängt sie auch schon an komische Geräuschen von sich zu geben.
Schnell ziehe ich meine Sachen von gestern an, klaue mir den Schlüssel von der Kommode und verlasse die Wohnung, um Brötchen zu holen.<